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Demontage des Zylinderkopfes an 1,8-Liter-Vierzylinder-Turbo-Motoren von Audi und VW
Zylinderkopf abbauen
Bevor der Zylinderkopf “erreichbar” wird, sind Motorabdeckung sowie die Abdeckung vor dem Saugrohr abzubauen. Danach ist der Schlauch für die Kurbelgehäuse-Entlüftung abzuziehen, der Unterdruck-Vorratsbehälter abzuschrauben und der Leitungshalter abzubauen. Die ebenfalls zu demontierenden Teile sind: Masseleitung, Steckverbindung, Zündspule und der obere Zahnriemenschutz. Danach können die Befestigungsmuttern der Zylinderkopfhaube gelöst werden. Die Einzelteile des Zylinderkopfes entnehmen sie bitte Bild 1.

Nach dem Ablassen des Kühlmittels bauen Sie den Luftführungsschlauch zwischen oberem und unterem Luftführungsrohr aus.Gleiches gilt für den Halter des oberen Luftführungsrohres, als nächstes ist das Saugrohr dran. Ziehen Sie den Luftansaugschlauch für die Sekundär-Luftpumpe vom Luftfiltergehäuse ab (Bild 2). Jetzt den Führungsschlauch am Luftmassenmesser abbauen und die Steckverbindung des Luftmassenmessers abziehen. Nun lassen sich die Schrauben 4 und 5 in Bild 2 entfernen und das Luftfiltergehäuse herausnehmen.
Ansaugöffnung verstopfen!
Nächster Schritt: Das Umluftventil für die Ladedruckregelung sowie das Druckregelventil der Kurbelgehäuseentlüftung aus dem Ansaug-Luftschlauch entfernen (Bild 3). Ebenso das Magnetventil für die Ladedruckbegrenzung. Um den Ansaug-Luftschlauch abnehmen zu können, müssen Sie die Sicherungsspange am Stutzen des Turboladers herausziehen. Tipp: Um “auf Nummer sicher” zu gehen, die Ansaugöffnung des Turboladers mit einem sauberen Lappen verschließen. Dann die Schläuche 1 und 2 in Bild 3 am oberen Luftführungsrohr abbauen.

Weiter mit Bild 4: Lösen Sie den Schlauch 3 zum Turbolader am Luftführungsrohr oben. Nun die Schrauben 2 und 5 an der Haltestelle entfernen, anschließend die Schrauben 1 und 4 am Wärmeschutzblech (Rückseite Zylinderkopf). Danach können Luftführungsrohr und Wärmeschutzblech abgenommen werden. Jetzt sind noch der Turbolader vom Abgaskrümmer abzuschreiben und die Steckverbindung am Nockenwellenversteller abzuziehen. Nun den Kühlmittelflansch sowie den Flansch des Kombiventils für die Sekundärluft-Einblasung abschrauben (Bild 5). Tipp: Steckverbindungen und Schläuche können in diesem Fall angeschlossen bleiben.

Einbau: In umgekehrter Reihenfolge
Die Kurbelwelle ist jetzt auf den oberen Totpunkt von Zylinder 1 zu stellen und der Zahnriemen vom Nockenwellenrad abzunehmen. Nach dem Lösen der Zylinderkopfschrauben -unbedingt die vorgeschriebene Reihenfolge in Bild 5 beachten- lässt sich der Zylinderkopf abnehmen.
Grundsätzlich erfolgt der Einbau in umgekehrter Reihenfolge wie vorstehend beschrieben. Dazu noch einige Hinweise, die nicht oft genug in Erinnerung gerufen werden können:
≡ Immer neue Zylinderkopfschrauben verwenden
≡ Gleiches gilt für selbstsichernde Muttern, Schrauben, die mit Drehwinkel anzuziehen sind sowie für Dichtungen und Dichtringe
≡ Schlauchverbindungen vorsichtshalber mit neuen Schellen wieder herstellen
≡ Bei Reparaturen anfallende Dichtungsreste sorgfältig von Zylinderkopf- und block entfernen, ebenso Schmirgel- und Schleifreste
≡ In den Sacklöchern für die Zylinderkopfschrauben dürfen sich weder Öl noch Kühlmittel befinden
≡ Schlauchstutzen und Schläuche des Ladeluftsystems müssen bei der Montage öl- und fettfrei sein.
Nach dem Aufsetzen des Zylinderkopfes sind die neuen Schrauben erst einmal handfest anzuziehen. Bild 6 zeigt die einzuhaltenden Reihenfolge. Angezogen wird in zwei Stufen:
Stufe 1: 40 Nm mit einem Drehmomentschlüssel
Stufe 2: Mit einem starren Schlüssel um 180° weiterdrehen (zweimal 90° ist zulässig). Ein späteres Nachziehen ist nicht erforderlich.
Tipp: Nach dem Einbau des Zylinderkopfes vorsichtshalber den Kompressionsdruck messen. Bei neuen Motoren -dies ist ja hier nicht der Fall- liegt er zwischen 10 und 13 bar. Die Verschleißgrenze dieser Motoren liegt bei 7 bar, Unterschiede von maximal 3 bar zwischen den einzelnen Zylindern sind zulässig. Bevor Sie zum Schluss die Zylinderkopfhaube montieren, prüfen Sie, ob deren Dichtung in Ordnung ist - gegebenenfalls austauschen. Mit den Dichtungen der Zündspulen ebenso verfahren. Die Übergänge an der vorderen Dichtfläche des Zylinderkopfes (Bild 7) mit einer kleinen Menge Dichtmittel versehen. Gleiches gilt für die Dichtflächen an der hinteren Seite (Bild 8).

Ziehen Sie zuerst die inneren Muttern (Bild 9) der Zylinderkopfhaube (10 Nm) an, danach die äußeren Muttern über Kreuz.
Quelle: Kfz-MeisterService 3/2004
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