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Reparaturablauf beim Zylinderkopf in den Audi-/VW-Sechszylindermotoren (Fünfventiler)

Die seit September 2004 und auch in diesem Beitrag beschriebenen Arbeitsabläufe betreffen nur Motoren mit folgenden Code-Bezeichnungen: ACK, ALG, APR, AQD, AMX, AGE, AGA, ALF, AJG, ALW, ARJ, APS, APZ, ARN, AMM, ASM, AML, APC und ATX!

Zuerst einige Besonderheiten, die sowohl für den Aus- als auch den Einbau der Zylinderköpfe (links und rechts) von Bedeutung sind.


Der Hersteller unterscheidet zwischen Motoren der Generation II und III. Sie können diese Unterschiede an der Form der Zylinderkopfhauben erkennen (Bild 1). Die Generation II kam bis April 1997 in den verschiedensten Modellen von Audi und VW zum Einsatz. Danach folgte die sogenannte Generation III, einige Aggregate wurden erst seit April 2000 verbaut. Die Generation III hat eine geänderte Ölführung im Zylinderkopf, und zwar zunächst mit Versorgungsleitungen auf den Nockenwellen-Lagerdeckeln, im Laufe der Bauzeit dann durch integrierte Ölkanäle in den Nockenwellen-Lagerdeckeln.



Nicht verwechseln!
Zylinderköpfe der Generation II dürfen nur auf Zylinderblöcken der Generation II zum Einsatz kommen, eine “Vermischung” ist nicht zulässig. Gleiches gilt auch für die Generation III. Hier ist es allerdings egal, ob der Zylinderkopf eine Ölleitung zu den Nockenwellen-Lagerdeckeln hat oder nicht. Bild 1 (Position “B”) zeigt den linken Zylinderkopf der Generation III mit Ölleitungen.

:: Beim Einbau des Zylinderkopfes sind alle Schrauben zu ersetzen. Dies gilt auch für alle selbstsichernden Muttern, Schrauben die mit Drehwinkel angezogen werden sowie Dichtringen und Dichtungen.

:: Beim Einbau eines Austausch-Zylinderkopfes mit montierten Nockenwellen müssen die Berührungsflächen zwischen Tassenstößel und Nockenwellengleitbahn nach dem Einbau geölt werden.

:: Die Kunststoffsockel zum Schutz der offenen Ventile dürfen erst unmittelbar vor dem Aufsetzen des Zylinderkopfes entfernt werden.

:: Beim Ersetzen des Zylinderkopfes oder der Zylinderkopfdichtung muss das gesamte Kühlmittel erneuert werden.



:: Wenn Sie einen Ersatzteil-Zylinderkopf -diese sind links wie rechts verwendbar- ohne Nockenwellen einbauen, müssen Sie auf der Vorderseite des Kopfes einen Verschlussdeckel eintreiben (Bild 6). Bestreichen Sie dazu den Rand des Verschlussdeckels mit Dichtpaste. Anschließend den Verschlussdeckel mit einem Dorn so weit eintreiben, bis sein äußerer Rand mit dem Fasenende am Zylinderkopf abschließt. Zylinderkößfe mit Rissen zwischen den Ventilsitzen bzw. zwischen dem Ventilsitzring und dem Zündkerzengewinde können ohne verringerte Lebensdauer weiterverwendet werden, wenn die Anrisse maximal 0,3 Milimeter breit sind. Dies gilt auch, wenn nur die ersten vier Gänge des Zündkerzengewindes gerissen sind.

:: Mit einem Haarlineal plus Fühlerblattlehre wird der Zylinderkopf an mehreren Stellen auf Verzug geprüft, maximal zulässig sind 0,1 Milimeter.



:: Ein Nacharbeiten -planschleifen- des Zylinderkopfes ist bis zum Mindestmaß a = 139,25 mm (Bild 3) zulässig.



:: Die Zylinderköpfe der Sechszylindermotoren wurden im Laufe der Bauzeit zuerst mit Innenvielzahnschrauben, später dann mit Polydrive-Schrauben ausgerüstet (Bild 4). Vor dem Lösen oder Anziehen der Schrauben muss geprüft werden, um welchen Schraubenkopf es sich handelt.



:: Beim Einbau der Zylinderköpfe sind die Übergänge an der oberen Dichtfläche mit einer kleinen Menge Dichtmittel versehen (Pfeile in Bild 5).

Wir setzen voraus, dass Sie das Saugrohr, die Motorabdeckung, usw. ohne ausführliche Beschreibung demontieren können. Dies gilt auch für die Zylinderkopfhaube sowie die diversen Leitungen und Steckverbindungen.

Für die Montage der Anschlüsse hier noch einige Drehmomentwerte:

- Registersaugrohr an Zylinderkopf 10 Nm
- Kraftstoffleitungen an -verteiler bzw. -druckregler 23 Nm
- Luftführung an Registersaugrohr 10 Nm
- Zylinderkopfhaube an -kopf 10 Nm
- Führungsrohr für Ölmessstab 22 Nm
- Halter der Leitung für Servolenkung 10 Nm


Zylinderkopf ausbauen
Nachstehend beschriebene Abläufe gelten sowohl für den linken als auch den rechten Zylinderkopf, und zwar bei im Fahrzeug eingebautem Motor, demontierten vorderen Stoßfängern und “Schlossträger in Servicestellung”.
Außerdem sind Nockenwellenrad, Zahnriemenschutz hinten sowie der Zahnriemen demontiert und das Kühlmittel abgelassen.
Jetzt das Abgasvorrohr demontieren und die drei Schrauben am Kombiventil der Sekundärlufteinblasung (wenn vorhanden) herausdrehen. Danach sind das Registersaugrohr, der Schlauch für die Kurbelgehäuseentlüftung, die Steckverbindungen am Hallgeber und am Ventil für die Nockenwellenverstellung abzubauen.



Bild 7: Den Kühlmittelschlauch (3) abziehen. Bei Fahrzeugen mit Sekundärlufteinblasung den Unterdruckschlauch (1) am Kombiventil entfernen, den Anschlussstutzen (4) rausschrauben, anschließend die Schrauben (2) und das Kombiventil abnehmen. Danach die Schraube (5) entfernen sowie das Kühlmittelrohr hinten -es bleibt eingebaut- vom Zylinderkopf lösen (zwei Schrauben, Position 6).



Wenn Sie jetzt noch das Kühlmittelrohr vorn abschrauben und die Zylinderkopfhaube abnehmen, können Sie die Zylinderkopfschrauben lösen. Dies darf nur in der im Bild 8 gezeigten Reihenfolge geschehen! Der Zylinderkopf kann vorsichtig abgenommen werden.



Quelle: Kfz-MeisterService 12/2004






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