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Verstopfter Luftweg
Bestimmt kennt jeder Serviceberater die Behauptung des Kunden: “Diesen Fehler hat mein Auto erst seit dem letzten Werkstattaufenthalt bei Euch!” So war es auch bei dieser Werkstatt, als ein Kunde über einen erheblichen Leistungsverlust am 2,5-l TDI-Motor seiner Mittelklasselimousine klagte.
Aufgrund seiner einleitenden Worte (siehe oben) studierten die Mechaniker zuerst einmal die Reparaturhistorie des Fahrzeugs. Delikaterweise ging daraus hervor, dass das Fahrzeug tatsächlich vor kurzem noch zur großen Inspektion in dieser Werkstatt war.
Demzufolge war nicht nur beim Kunden Skepsis angesagt, sondern auch beim Serviceberater der Werkstatt. Auf seinen Auftrag hin überprüften die Mechaniker zuerst penibelst die von ihnen abgelieferte Arbeit - die sie aber getrost als “in Ordnung” bezeichnen konnten.
Als Nächstes überprüften sie auf einer Probefahrt die vom Kunden beschriebenen Symptome: “Bei langsamem Gasgeben fährt das Fahrzeug ganz normal. Tritt man jedoch zügig bis zur Kickdown-Stellung auf das Gaspedal oder will gar die Kickdown-Funktion abrufen, bricht die Motorleistung gnadenlos ein!” Das einwandfrei nachvollziehbare Fehlerbild ließ die Mechaniker auf ein Problem im Ladedrucksystem schließen, was auch der Fehlerspeichereintrag “Laderdruck unterschritten” untermauerte.
Nachdem die Mechaniker sowohl die gesamte Ladedruck- als auch Unterdruckanlage laut Reparaturleitfaden überprüft und keinen Fehler festgestellt hatten, entschlossen sie sich, einen neuen Turbolader einzubauen - leider ohne Erfolg.
Bei der folgenden Fehlersuche stieß ein Servicetechniker auf eingelaufene Nockenwellen, die bei diesem Motortyp nach hoher Laufleistung hin und wieder anzutreffen sind. In der Hoffnung, dass er auf die Ursache gestoßen war, ersetzte er nach Rücksprache mit dem Serviceberater beide Zylinderköpfe. Zwar verbesserte sich hinterher die Motorleistung merklich, doch ein unübersehbarer Leistungseinbruch war dennoch vorhanden. Auch eine etwas später noch entdeckte eingerissene Saugrohrdichtung war nicht die Mängelursache.
Nachdem die bisherigen Reparaturmaßnahmen erfolglos waren, erwogen die Mechaniker, die technische Hotline des Herstellers zu konsultieren. Zuvor überprüften sie allerdings nochmals gründlich alle relevanten Punkte, um sicherzugehen, dass sie nichts übersehen hatten. Mehr oder weniger zufällig stießen sie dabei auf die beinahe schon banale, aber tatsächliche Ursache. Das Grobsieb des Luftfilter-Ansaugrohres, das sich hinter dem Kühlergrill oben am vorderen Schlossträger befindet, war nahezu vollständig mit Laub zugesetzt.
Nach dem Reinigen des Grobsiebes waren sowohl die Motorleistung als auch das Beschleunigungsverhalten wieder “wie neu”. Das Fazit aus der “Odyssee im Motorraum”: Ab sofort überprüft die Werkstatt bei jedem Luftfilterwechsel und bei jeder Leistungsbeanstandung, ob die Luftwege des Motors frei sind - und zwar vom Leitungsanfang bis zum Leitungsende.
Quelle: KRAFTHAND - Aus der Reihe “Zu Ende denken”
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