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Einfach verdurstet - Dieselmotor mit Leistungsmangel

Ein Kunde meldete sich mit seinem direkteinspritzenden Diesel-PKW wegen ausgeprägter Leistungsschwäche in der Werkstatt an. Auf der Probefahrt stellte sich die Kundenbeanstandung folgendermaßen dar: Beim zügigen Beschleunigen aus dem Teillastbereich bis etwa 2000/min stieg zwar das Motordrehmoment gleichmäßig, aber eindeutig zu schwach an. Darüber hinaus ruckelte der Motor bis ca. 3200/min unter starkem Weißrauchausstoß.
www.krafthand.de
Die Werkstatt tippte aufgrund in der Vergangenheit gemachter Erfahrungen zunächst auf den Luftmassenmesser. Doch sowohl die Multimeter-Messungen als auch der Soll-Ist-Vergleich der relevanten Steuergeräteparameter zeigten akzeptable Werte. Der ebenfalls bemühte Fehlerspeicher legte allerdings eine neue Richtung fest: “FC 0226 Spritzbeginnregelung - Regeldifferenz” lautete der Eintrag. Die Mechaniker löschten daher zuerst einmal den Fehlerspeicher und führten eine neuerliche Probefahrt durch. Nach jeder Probefahrt und nach jedem Gasstoß im Stand setzte die Eigendiagnose den Fehler. Die anschließende Darstellung der Ansteuerung des Spritzbeginnreglers am Oszilloskop zeigte ein verwertbares Signal. Die Vermutung, dass die Steuerzeiten nicht stimmen und so der Spritzbeginnregler an seiner Regelgrenze gelangte, bestätigte sicher allerdings nicht.

Als nächstes wurde der Förderbeginn geringfügig auf den vom Fahrzeughersteller angegebenen Sollwert korrigiert. Doch auch diese Maßnahme behob die Beanstandung nicht. Den Tausch der Einspritzpumpe oder des Steuergeräts auf Verdacht wollte die Werkstatt jedoch nicht vornehmen. Daher wurde nochmals das komplette Einpritz- und Kraftstoffsystem gecheckt, um sicherzustellen, dass auch das Umfeld in Ordnung war. In diesem Zug wurde der Kraftstofffilter getauscht. Nach der anschließenden Probefahrt war zum großen Erstaunen der Mechaniker der Fehler weg! Die Erklärung: Durch das verstopfte Filterelement senkte sich drehzahlabhängig der Innendruck der Einspritzpumpe unzulässig weit ab. Dadurch konnte der Förderbeginn, wie im Kennfeld hinterlegt, ausgeglichen werden. Im Nachhinein betrachtet, zeigte diese Beanstandung, dass auch die Lösung eines vermeintlich kompliziert erscheinenden Elektronik-Falles eigentlich recht primitiv sein kann.


Quelle: KRAFTHAND - Aus der Reihe “Zu Ende denken”






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