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Fünf-Ventiler-Turbomotor: Einbau einer neuen Ventilschaftabdichtung


Wir gehen davon aus, dass die Nockenwellen sowie Kettenspanner und Nockenwellenversteller bereits ausgebaut sind. Vor dem Herausnehmen der Tassenstößel ist deren Zuordnung auf der Rückseite mit einem wasserfesten Filzstift zu kennzeichnen. Dies ist wichtig, denn die Tassenstößel dürfen beim Einbauen nicht vertauscht werden!

Nach der Kennzeichnung können Sie die Stößel aus den Führungen herausnehmen und mit der Lauffläche nach unten ablegen. Jetzt die Zündkerzen am zu prüfenden Zylinder herausschrauben, den Kolben in den unteren Totpunkt stellen, einen Druckluftschlauch ins Zündkerzengewinde einschrauben und dann ständig sechs bar Überdruck halten.

Für die weiteren Beschreibungen, auch anhand der Bilder, nehmen wir zum besseren Verständnis an, dass sie VW-Spezialwerkzeuge einsetzen. Sie können natürlich jederzeit andere Fabrikate verwenden, wenn diese dem Original entsprechen.


Ausbau Ventilfedern und -teller
Setzen Sie einen Schlagdorn (VAS 5161/3) in die Tassenstößelführung ein (Bild 1) und lösen Sie die festsitzenden Ventilkeile aller fünf Ventile durch Schläge mit einem Kunststoffhammer.


Demontage Einlass-Seite:

Das Rasterteil VAS 5161/6 mit Einhängegabel (5161/4) auf einen Gewindebolzen des Zylinderkopfes aufschrauben (Bild 2). Als nächstes die Führungsbuchse bis zum Anschlag in die Führung des Tassenstößels am auszubauenden Ventil einschieben. Vorgeschriebene Einbaulage: Die geriffelten Flächen der Führungsbuchse zeigen quer zur Fahrtrichtung!

Jetzt den Rändel-Abstandsring (5161/17) auf die Montagepatrone (5161/8) aufschieben, und zwar in die Führungsbuchse. Die Druckgabel (5161/2) am Rasterteil einhängen und damit die Montagepatrone nach unten drücken. Drehen Sie gleichzeitig die Rändelschraube der Patrone so lange nach rechts, bis die Spitzen in die Ventilkeile einrasten. Die Ründelschraube leicht hin und her bewegen, damit die Ventilkeile auseinander gedrückt und in die Patrone aufgenommen werden.

Ist dies geschehen, können Sie die Drcukgabel loslassen, sowie die Montagepatrone mit Abstandsring, Führungsbuchse, Ventilteller und -feder herausnehmen.


Demontage Auslass-Seite:

Die Reihenfolge ist die gleiche wie beim Einlass, die Werkzeugposition allerdings wie in Bild 3. Für beide Seiten gilt folgendes:

a) Ventilschaftabdichtungen mit einer Abziehvorrichtung (Bild 4) demontieren.

b) Wenn es so eng wird, dass sich der Abzieher nicht komplett einsetzen lässt, den Spannstift (Pfeil in Bild 5) mit einem Dorn austreiben und den Schlagauszieher-Aufsatz abnehmen.

c) Den unteren Teil des Abziehers an der Ventilschaftabdichtung ansetzen (Bild 5), Abzieher mit einem Dorn oder Splinttreiber (1 in Bild 5) sichern, einen Montagehebel am Abzieher ansetzen und die Ventilschaftabdichtung rausziehen (Pfeil in Bild 5).


Neue Abdichtung einbauen
Jeder neuen Ventilschaftabdichtung ist eine Kunststoffhülse beigefügt. Diese Hülse ist auf den Ventilschaft zu stecken, damit an der neuen Abdichtung keine Beschädigungen auftreten. Dann die Dichtlippe leicht einölen und die Abdichtung auf die Kunststoffhülse schieben - anschließend mittels Aufdrücker vorsichtig auf der Ventilführung positionieren und die Hülse wieder abnehmen.

Wurden die Ventilkeile aus der Montagepatrone entnommen, sind sie zunächst in die Einlegevorrichtung einzusetzen. Dabei müssen die größeren Durchmesser nach oben zeigen. Als nächstes setzen Sie die Montagepatrone wieder in die Führungsbuchse ein (Bild 3), drücken Sie die Druckgabel nieder und ziehen Sie die Rändelschraube links-/rechtsdrehend nach oben, bis die Ventilkeile eingesetzt sind. Nach dem Einsetzen die Druckgabel bei noch gezogener Rändelschraube entlasten und dann die Tassenstößel einsetzen. Abschließend können Sie die Nockenwellen, Kettenspanner usw. wieder einbauen.


Ventilführungen prüfen
Achtung: Ein- und Auslassventile haben unterschiedliche Schaftdurchmesser, Ventile dürfen nicht verwechselt werden! Das Ventil in die Führung stecken, sein Schaftende muss mit der Führung abschließen. Mit Hilfe der Messuhr das Kippspiel ermitteln (Bild 6).

Für Ein- und Auslassventile liegt die Verschleißgrenze bei 0,80 mm. Wird dieses Maß überschritten, die Messung mit neuen Ventilen wiederholen. Wird die Verschleißgrenze abermals überschritten, muss die Ventilführung erneuert werden.

Bei der Instandsetzung von Motoren mit undichten Ventilen kann es notwendig sein, Ventile und -sitze zu bearbeiten. Die Ventilsitzen dürfen nur so weit eingeschliffen werden, dass ein korrektes Tragbild entsteht. Ist dies nicht erreichbar, sind die Ventilsitze nachzuarbeiten. Dazu müssen Sie das Nacharbeitsmaß ermitteln, und zwar folgendermaßen:

1. Ventil einstecken und fest gegen seinen Sitz drücken

2. Den Abstand "a" (Bild 7) zwischen Ventilschaftende (obere Kante) und der oberen Zylinderkopffläche (1 in Bild 7) per Tiefenmaß ermitteln.

Aus dem ermittelten Abstand a und dem Mindestmaß in nachstehender Tabelle errechnen Sie das Nacharbeitsmaß.



Achtung: Ergibt sich aus der Messung ein Nacharbeitsmaß von 0 mm oder ein Minuswert, ist nochmals mit einem neuen Ventil zu messen. Ergibt sich erneut ein Wert von Null, muss der Zylinderkopf ersetzt werden!


Quelle: Kfz-MeisterService 6/2004






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