|
Abdichtung an Motorbauteilen: Schadensfall durch falschen Schraubenanzug
Die Schraube stellt im Motor eines der wichtigsten Konstruktionsteile dar, um Motorenteile zu verbinden und diese dauerhaft zusammenhalten.
Eine der bedeutsamsten Schraubenverbindungen ist die mit der Zylinderkopfschraube. Um die Funktionsfähigkeit des Motors zu gewährleisten, ist es Voraussetzung, dass der Werkstattfachmann die Schrauben nach genauen Anziehvorschriften einbaut.

Weiter gibt es neben dem Zylinderkopf viele andere Einsatzstellen, wie z.B. Ölwanne, Ventildeckel, Wasserpumpe, Steuerdeckel, Ansaug-Auspuffkrümmer, etc., bei denen es genauso entscheidend ist, dass die vom Motorenhersteller vorgeschriebenen Anzugsdrehmomente eingehalten werden.
Immer wieder kommt es vor, dass Dichtungen für z.B Ventildeckel oder Ölwannen mit zuviel Drehmoment angezogen werden und so versucht wird, verzogene Bauteile zu “richten”. Ganz nach dem Motto: Je mehr Kraft, desto dichter.
Das Ergebnis ist jedoch alles andere als befriedigend. Das Dichtungsmaterial, das entweder aus hochwertigem elastomeren Kunststoffen oder Weichstoffmaterialien hergestellt wurde, ist dieser Krafteinwirkung nicht gewachsen - es kommt zur Zerstörung des Dichtungsmaterials und zur Leckage.
Beispiel: Ford Zetec 1,6/1,8-Liter-Motor:
Die Ventildeckeldichtung bei diesem Motor wurde nach kurzer Betriebszeit an den halbrunden elastomeren Bogen (siehe Pfeil) durch zu starke Anpresskräfte zerstört.
Bei der Anwendung des vorgeschriebenen Anzugsdrehmoments (1. Durchgang: 1-3 Nm/2. Durchgang: Warmlaufzeit von ca. 15 min./Durchgang: 6-8 Nm) wäre dies nicht der Fall gewesen.
Fazit: Bei der Montage der Bauteile immer gemäß den vorgeschriebenen Einbaurichtlinien verfahren und die Dichtflächen auf ihre Unversehrtheit prüfen. Nur so erfüllt die Dichtung, was ihr Name schon verspricht.
Quelle: Kfz-MeisterService 3/2005 / Elring
|
|