|
Schleichender Kühlmittelverlust
Ein Kunde kam zur Werkstatt und klagte über einen Kühlmittelverlust am Pumpe-Düse-Dieselmotor seines Kompakt-Vans. Eine Leckage nach außen konnten die Mechaniker nach dem Sichtprüfen ausschließen.
Da es sich um ein neues Fahrzeugmodell handelte, ging die Werkstatt nach Herstellerangabe vor und kontaktierten über das Intranet die entsprechende
Fachabteilung im Werk. Der Reparaturauftrag von dort lautete: “Ölkühler ersetzen&rdquo. Nach getaner Arbeit und einer Probefahrt, bis der Kühlerlüfter einschaltete, übergaben die Mechaniker das Fahrzeug wieder dem Kunden.
Dieser meldete sich allerdings drei Tage danach mit demselben Fehlerbild wieder. Die Werkstatt hielt erneut Rücksprache mit dem Werk und bekam den Auftrag, den AGR-Kühler sowie die Einlasskanäle im Zylinderkopf auf Kühlmittelrückstände zu prüfen und eine Druckprüfung des AGR-Moduls vorzunehmen.
Nachdem keine der drei Prüfungen einen Fehler ergab, sollten die Mechaniker die Zylinderkopfdichtung ersetzen. Wenige Tage später war der Kühlmittelausgleichbehälter allerdings wieder zur Hälfte leer. Die nächste Anweisung der Werkstechniker lautete “Zylinderkopf und Ölkühler ersetzen” - doch damit war der Mangel immer noch nicht beseitigt und der Kunde wurde ungeduldig. Nach einem erneuten Dialog mit den Technikspezialisten verbauten die Mechaniker einen Teilemotor. Auch der löste das Problem nicht, so dass die Mechaniker schließlich “die Lizenz zum Tauschen” erhielten. Damit hatten sie freie Hand für selbständige Reparaturen bis der Fehler beseitigt war.
Nach einigem Überlegen -und nachdem nicht mehr viele kühlmittelführende Teile in Frage kamen- ersetzten die Mechaniker ohne weitere Prüfarbeiten den AGR-Kühler. Damit hatten sie den Treffer gelandet: Der Kühlmittelkreislauf war dauerhaft dicht.
Rätselhaft war allerdings, weshalb die Werkstatt auch bei einer erneuten Druckprüfung kein Leck feststellte. Vermutlich hatte das Kühlermodul im Inneren einen Haarriss, der sich erst bei sehr hohen Temperaturen öffnete und dann das Kühlmittel in die Abgasanlage entließ.
Quelle: KRAFTHAND - Aus der Reihe “Zu Ende denken”
|
|