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KRAFTHAND-Praxistipp: Fehler an Keilrippenriemen erkennen und richtig instand setzen

Die Anforderungen an Nebenaggregatsantriebe sind in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Sie sind zwar dementsprechend leistungsfähiger, aber auch sensibler, was die Wartung betrifft. Das Risiko eines Riemenschadens steigt ab dem dritten Betriebsjahr kräftig an.

Der Platz ist knapp in den Motorräumen moderner Automobile. Auch die Riementriebe der Fahrzeugnebenaggregate haben den Zwang zum Platz sparen zu spüren bekommen. Wo früher noch zwei, drei oder gar vier Riemen nebeneinander Generator, Klimakompressor oder Servopumpe antreiben durften, muss jetzt einer dafür ausreichen. Der Bauraumgewinn geht aber mit deutlich kompliziertern, serpentinenförmigen Riemenverläufen und wesentlich höheren Belastungen des Riemens einher. Moderne Keilrippenriemen sind diesem Stress durchaus gewachsen, benötigen aber ein wachsames Mechanikerauge, das frühzeitig sich ankündigende Schäden erkennt. Hier bewirkt ein Riemenschaden einen Totalausfall aller darüber angetriebenen Nebenaggregate, bei mehreren Riemen war in der Regel nur eines betroffen.

Wie sich Riemenschäden ankündigen
Oft sind Geräusche im Riementrieb die ersten Vorboten eines sich ankündigenden Riemenschadens. Sind diese Geräusche die Folge falscher Riemenspannung oder schief laufender Riemenscheiben, gibt schon ein einfacher Wassersprühtest Aufschluss: Bei laufendem Motor sprüht der Werkstattfachmann Wasser aus einer Sprüflasche auf den Riementrieb. Wird das Geräusch nach dem Besprühen lauter, sind möglicherweise die Riemenspannung oder die Riemenführung nicht in Ordnung. Lässt das Geräsch hingegen nach, um nach einigen Sekunden verstärkt wieder aufzutreten, ist Falschausrichtung einer Riemenscheibe die wahrscheinlichste Ursache.




Fransenlook → Ist der Riemenrand glasig oder ausgefranst, liegt es oft an einer falsch ausgerichteten Riemenscheibe.





Klebriger, klumpiger Riemen → Öl ist immer noch ein Hauptfeind vieler Riementriebe und führt nicht selten zu einem Riemenschaden.





Blinder Passagier → Ein in einer Riemenscheibe festgeklemmter Kieselstein führt oft zu ungleichmäßigem Verschleiß und beschädigt die Zugstränge des Riemens.





Abreibung → Mangelnde Riemenspannung oder ein Teil, das der Riemenbewegung im Weg ist, sind häufige Gründe für eine abgeschliffene Riemenrückseite.





Rippenbruch → Ein falsch positionierter Riemen führt oft dazu, dass sich eine Riemenrippe von den Zugsträngen ablöst. In der Folge kann sich die gesamte Deckschicht lösen.





Lochfraß → Fremdkörper wie Sand oder Kiesel machten diesem Riemen zu schaffen.


Ein schöner Rücken
Nicht nur die verrippte Seite des Riemens sollte der Werkstattprofi unter die Lupe nehmen, sondern auch die glatte Rückseite. Auch hier können Schäden zu einem frühzeitigen Verschleiß führen, der die Ausfallgefahr deutlich steigert. Ist beispielsweise der Riemenrücken glänzend oder glasig, schleift oder scheuert er an einem harten Gegenstand. Auslöser kann eine falsche Spannung des Riemens sein. Ein Prüfgerät für die Riemenspannung ist ein geeignetes Hilfsmittel, um diesen Fehler zu erkennen. Ein nicht korrekt montierter Riemenschutz oder ein anderes Fremdobjekt sind ebenfalls als Fehlerquelle in Betracht zu ziehen. Nach der Kontrolle des Riemenspanners auf korrekte Funktion und dem Riementausch muss der Mechaniker sicherstellen, dass der ungewünschte Kontakt des Riemens behoben ist.
Ist hingegen der Rücken des Riemens löchrig oder weist er kleine Buckel auf, so kann es sein, dass eingedrungener Splitt dafür verantwortlich ist. Im ungünstigsten Fall können sich die Zugstränge ablösen. Wie auch bei einem verölten Riementrieb ist dieser auch bei Verunreinigung mit Sand, Kies oder Splitt sorgfältig zu reinigen und der Riemen auszutauschen.

Besser komplett wechseln
Neben den hochbelasteten Keilrippenriemen sind auch alle anderen Teile des Riementriebs wie Umlenkrollen, Riemenspanner oder Wasserpumpenlager Verschleiß unterworfen. Damit der Riementrieb auch nach dem Wechsel des Riemens wieder viele Jahre problemlos seinen Dienst verrichten kann, sollte der Werkstattfachmann diese kritischen Teile ebenfalls gleich erneuern. Komplette Riementrieb-Kits enthalten neben dem neuen Riemen auch alle Metallkomponenten wie Umlenk oder Spannrollen. Damit erspart sich die Werkstatt unnötige Streitereien um den vorzeitigen Ausfall eines Riemens und schafft zufriedenere Kunden.



Quelle: Krafthand 9/2006






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