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Prüfarbeiten, kleinere Reparaturen sowie der Aus- und Einbau der Nockenwelle an Audi- und VW-Motoren werden im folgenden Text beschrieben.



Vorneweg eine Anmerkung: Wenn Sie während der Servicearbeiten Risse zwischen den Ventilsitzen des Zylinderkopfes oder auch zwischen Ventilsitzringen und dem Zündkerzengewinde sichten -maximal 0,3 mm breit- kann der Zylinderkopf trotzdem weiter verwendet werden. Nach Angaben von Audi und VW haben solche Risse keinen negativen Einfluss auf die Lebensdauer des Motors. Gleiches gilt, wenn beispielsweise die ersten vier Gewindegänge des Zündkerzengewindes gerissen sind. Nach den Arbeiten am Ventiltrieb sollten Sie die Kurbelwelle vorsichtig mindestens zweimal durchdrehen. Damit wird sichergestellt, dass sich kein Ventil beim Anlassen aufsetzt. Alle Dichtungen und Dichtringe sind grundsätzlich zu erneuern.

Nach dem Wiedereinbau der Nockenwellen darf der Motor eine halbe Stunde nicht gestartet werden. Grund: Die hydraulischen Ausgleichselemente der Ventile müssen sich setzen. Wird dies nicht beachtet, können die Ventile auf dem Kolbenboden aufschlagen - die Auswirkungen dürften Sie kennen. Bitte beachten Sie dazu auch die Hinweise im Text zu Bild 1.

Ventilmaße
Die Ein- und Auslassventile dürfen nicht nachgearbeitet werden, nur Einschleifen ist zulässig. Vorsicht: Verschlissene Auslassventile mit Natriumfüllung dürfen nicht als “ganzes Stück” in den Behälter für Metallschrott geworfen werden. Sie sind zwischen Schaftmitte und Ventilteller durchzusägen. Dann diese Teile -von maximal zehn kompletten Ventilen- in einen mit Wasser gefüllten Eimer werfen. Achtung: Bei Berührung mit Wasser verbrennt die Natriumfüllung sofort. Erst danach dürfen die Ventilteile in den Schrottbehälter.

Axialspiel Nockenwelle prüfen
Hierzu ist eine Messuhr mit Universalhalter notwendig. Gemessen wird bei ausgebauten Tassenstößeln, montiertem Lagerdeckel an der Kettenradseite und an der Doppellagerdecke der Nockenwellenradseite. Bild 2 zeigt die Messpunkte an der Einlass-Nockenwelle. Auf der gegenüber liegenden Seite erfolgt das Gleiche für die Auslass-Nockenwelle. Die Verschleißgrenze für beide Nockenwellen ist ein Axialspiel von maximal 0,20 mm.

Auslass-Nockenwelle: Dichtring
Zur Erneuerung des Dichtringes der Auslass-Nockenwelle benötigen Sie einen Dichtring-Auszieher, einen Gegenhalter und eine entsprechende Montagevorrichtung. Zahnriemen und Nockenwellenrad müssen demontiert sein. Zur Führung des Dichtring-Ausziehers ist die Befestigungsschraube für das Nockenwellenrad von Hand bis zum Anschlag einzuschrauben (Bild 3). Dann den Innenteil des Ausziehers um zwei Umdrehungen -etwa 3 mm- aus dem Außenteil herausdrehen und mit der Rändelschraube arretieren. Dann den Gewindeknopf des Ausziehers einölen, ansetzen und mit kräftigem Druck so weit wie möglich in den Dichtring einschrauben. Nun die Rändelschraube lösen, das Innenteil so lange gegen die Nockenwelle drehen, bis der Dichtring herausgezogen ist. Die Dichtlippe des neuen Ringes wird nicht eingeölt, sondern mit einer Führungshülse auf den Wellenzapfen geschoben und mit einer Druckhülse bis zum Anschlag eingepresst. Anschließend kann das Nockenwellenrad wieder eingebaut werden.

Einlass-Nockenwelle
Die Demontage entspricht im Wesentlichen dem der Auslass-Nockenwelle. Unterschied: Für den Einbau des neuen Dichtringes benötigen Sie eine Einziehvorrichtung. Grund: Während der Produktionszeit der Motoren kamen an der Einlass-Nockenwelle sowohl Wellendichtringe mit Ringfeder als auch so genannte PTFE-Dichtringe zum Einsatz. Der herkömmliche Wellendichtring hat nur eine Dichtlippe (Bild 4, Abb. 1), die per Ringfeder angepresst wird. Der PTFE-Dichtring ist mit einer gewindeähnlichen Dichtfläche versehen (Bild 4, Abb. 2) und hat keine Ringfeder. Aus diesem Grund darf seine Dichtfläche beim Einbau nicht gedehnt werden - also kein Einsatz der Führungshülse, sondern Verwendung der Einziehvorrichtung.
Achtung: PTFE-Dichtringe sind der Drehrichtung der Nockenwelle zugeordnet - siehe Pfeil auf Dichtring. Beim Einbau entgegengesetzt zur Drehrichtung tritt laufend Öl aus!
PTFE-Dichtringe: Prüfen Sie die Phase (Pfeil in Bild 5) am Wellenstumpf auf Grate oder scharfe Stellen. Sind solche vorhanden, die Kanten mit einem Ölstein glätten. Die Dichtlippe nicht einölen - den PTFE-Dichtring von Hand vorsichtig auf den Wellenstumpf aufsetzen. Dann mit der Einziehvorrichtung bis zum Anschlag einziehen. Ein Dichtring mit Ringfeder wird mit Hilfe der Führungshülse auf den Zapfen aufgesetzt und ebenfalls mit der Einziehvorrichtung bis zum Anschlag eingeschoben.


Quelle: Kfz-MeisterService 4/2004






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