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Poltern beim Start

Bei der Auslieferungsinspektion an einem fabrikneuen Rüsselsheimer Mittelklässler bemerkte die Werkstatt beim Start ein leises Poltern. Es schien aus dem Antriebsstrang zu kommen und verschwand sofort, wenn der Motor lief.
Da die Übergabe an den Kunden unmittelbar bevorstand und die Werkstatt ein fehlerfreies Auto ausliefern wollte, war Eile angesagt. Doch wie so oft bei einer Geräuschsuche war auch diesmal das Poltern weg, bevor die Mechaniker seine Ursache ermitteln konnten. Nachdem auch der obligatorische Blick in die fahrzeugspezifischen Serviceinformationen erfolglos blieb, lieferte die Werkstatt ihrem Kunden sein Traumauto dennoch aus.

www.krafthand.de Wie erwartet, währte die Freude an dem Neuwagen nicht lange. Schon nach wenigen Tagen reklamierte der geknickte Besitzer bei seinem Serviceberater genau das Poltern, das die Mechaniker auch schon festgestellt hatten.
Allerdings schien es, dass wir diesmal bei der Fehlersuche mehr Glück hätten, denn das Geräusch ließ sich nun bei jedem Startvorgang reproduzieren. Es kam eindeutig aus dem Bereich Motor/Getriebe, weshalb wir als Erstes sämtliche Motor- und Getriebelager überprüften und alle relevanten Schraubverbindungen mit dem vorgeschriebenen Drehmoment nachzogen. Unbefriedigend war, dass die Werkstatt keine Auffälligkeiten feststellen konnte und auch das Geräusch nach dieser Aktion nicht beseitigt war.

Als nächstes nahmen die Mechaniker den Keilrippenriemen ab und glaubten, in der Spannrolle den Übeltäter gefunden zu haben, denn ohne Riemen verstummte das Poltern. Umso mehr waren sie überrascht, dass mit der neuen Spannrolle das Geräuschproblem nicht gelöst war. Erst ein neuer Antriebsriemen schien Abhilfe zu bringen, denn das Geräusch konnte nicht mehr provoziert werden.
Allerdings war der Reparaturerfolg nur von kurzer Dauer: Nach kaum zwei Wochen stand die Limousine mit dem Blitz erneut mit der Beanstandung “Poltern beim Start” auf der Hebebühne. Mittlerweile war das Geräusch jedoch lauter geworden und verschwand auch nicht mehr unmittelbar nach dem Anspringen des Motors.

Nachdem die Geräuschquelle innerhalb der Getriebeglocke bzw. aus dem Getriebegehäuse diagnostiziert war, ordnete der Werkstattmeister den Ausbau der Schaltbox an. Bei nun freier Sicht auf die Kupplung war schnell klar, wieso es polterte: Aus der Druckplatte hatte sich ein Federelement gelöst und verursachte das Geräusch. Mit einer neuen Druckplatte wurde nun die Reklamation dauerhaft beseitigt.


Quelle: KRAFTHAND - Aus der Reihe “Zu Ende denken”






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