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Servicearbeiten an Nockenwellen und hydraulischen Tassenstößeln bei AUDI- und VW-Motoren (Vierzylinder-Turbo mit 5 Ventilen und 1,8 Liter Hubraum)
Zum Ausbau der Nockenwellen, des hydraulischen Kettenspanners (in Motoren bis Bj. Juli 2000) bzw. des Nockenwellenverstellers (in Motoren ab Bj. August 2000) sind ein Gegenhalter sowie ein Halter für den Kettenspanner (z.B. VW-Nr. 3366) notwendig. Für alle nachstehend beschriebenen Arbeitsschritte gilt, dass der Motor und der Zylinderkopf eingebaut sind.
Vorbereitungen:
Zuerst ist die Kurbelwelle auf den oberen Totpunkt von Zylinder 1 zu stellen, dann der Zahnriemen abzunehmen sowie das Nockenwellenrad zu entfernen. Wenn vorhanden, die elektrische Steckverbindung am Nockenwellenversteller abziehen. Jetzt die
Zylinderkopfhaube, die beiden Ölabweiser sowie den Hallgeber demontieren. Mit dem Spezialhalter den hydraulischen Kettenspanner oder den Nockenwellenversteller sichern.
Achtung: Bei einem zu starken Anziehen des Spezialhalters kann der Nockenwellenversteller beschädigt werden. Bevor Sie weitere Arbeitsschritte angehen, nochmals die korrekte Totpunktstellung der Nockenwelle prüfen: Beide Markierungen an den Wellen (Bild 1) müssen den beiden Pfeilen auf den Lagerdeckeln gegenüber stehen!
Jetzt Antriebskette und Kettenräder -gegenüber den beiden Pfeilen auf den Lagerdeckeln- reinigen und die Einbaulage mit einer haltbaren Farbmarkierung kennzeichnen (Bild 2).
Achtung: Die Kette darf nicht durch Körnerschlag oder eine Kerbe gekennzeichnet werden! Der Abstand zwischen den Markierungen (Pfeile in Bild 2) beträgt 16 Rollen an der Antriebskette, die Kerbe auf der Auslass-Nockenwelle ist zur Kettenrolle hin (1 in Bild 2) etwas nach innen versetzt. Die Kette kann jetzt abgenommen werden.
Nockenwellen aus- und einbauen
Bei der Demontage sind zuerst die Lagerdeckel Nummer 3 und 5 der Ein- und Auslass-Nockenwelle auszubauen (Bild 3), danach der Doppellagerdeckel. Im Anschluss daran beide Deckel an den Kettenrädern. Es werden nun die Befestigungsschrauben des hydraulischen Kettenspanners oder des Nockenwellenverstellers entfernt. Ist dies erledigt, sind die Lagerdeckel 2 und 4 (siehe Bild 3) der Nockenwellen abwechseln über Kreuz zu lösen und herauszunehmen. Danach können die beiden Wellen mit Spanner/Versteller entfernt werden.
Einbau: Die Gummi-Metalldichtung von Kettenspanner oder Nockenwellenversteller immer ersetzen. Die in Bild 4 schraffierte Fläche leicht mit Dichtmittel bestreichen! Beim anschließenden Auflegen der alten Antriebskette die Farbmarkierungen (Bild 2) zur Deckung bringen.
Achtung: Wird eine neue Antriebskette montiert, muss der Abstand (Bild 5) zwischen den Kerben “A” und “B” an den Nockenwellen 16 Rollen betragen. Bild 5 zeigt an,
an welcher Position die erste und die sechzehnte Rolle aufgelegt werden müssen. Dabei ist die Kerbe “A” zur Kettenrolle (1) etwas nach innen versetzt. Zum anschließenden Einschieben von Kettenspanner oder Nockenwellenversteller zwischen die Antriebskette benötigen Sie eine Hilfsperson. Nun die Nockenwelle plus Antriebskette und Spanner/Versteller in den Zylinderkopf einlegen, die Laufflächen der Nockenwellen sind einzuölen.
Achtung: Beim Einbau darauf achten, dass die Passhülsen für die Lagerdeckel, den hydraulischen Kettenspanner oder den Nockenwellenversteller im Zylinderkopf sitzen. Lagerdeckel: Ihre Kennzeichnung muss von der Einlassseite des Zylinderkopfes her lesbar sein!
Zuerst den Kettenspanner/Versteller festschrauben, danach die Lagerdeckel 2 und 4 der Ein- und Auslass-Nockenwelle abwechselnd über Kreuz festziehen (10 Nm). Anschließend die Lagerdeckel an den Kettenrädern der beiden Nockenwellen. Jetzt die korrekte Einstellung der Nockenwellen prüfen und mit der Montage -in umgekehrter Reihenfolge wie unter ausbauen beschrieben- fortfahren.
Tassenstößel prüfen
Die hydraulischen Tassenstößel der Motoren können nicht instandgesetzt werden. Für eine Überprüfung benötigen Sie eine Fühlerblattlehre plus Holz- oder Kunststoffkeil.
Tipp: Den Kunden fragen, ob die Ventilgeräusche immer auftreten oder nur im Kurzstreckenverkehr. Ist letzteres der Fall, genügt der Einbau eines neuen Ölrückhalteventils. Unregelmäßige Geräusche beim Anlassen sind normal. Vor der Kontrolle der Tassenstößel den Motor so lange laufen lassen, bis sich der Lüfter einmal eingeschaltet hat.
Danach die Drehzahl für zwei Minuten auf etwa 2500/min erhöhen.
Bleiben die Ventilgeräusche konstant, muss der defekte Stößel ermittelt werden. Dazu die Zylinderkopfhaube ausbauen -es wird davon ausgegangen, dass nur die Stößel überprüft werden sollen- die Kurbelwelle so lange drehen, bis die Nocken der zu kontrollierenden Stößel oben stehen. Dann mit dem Keil den jeweiligen Tassenstößel nach unten drücken (Bild 6). Lässt sich eine 0,20-mm-Fühlerlehre zwischen Nockenwelle und Stößel schieben, ist letzterer zu ersetzen.
Quelle: Kfz-MeisterService 5/2004
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