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Flattermann
Über mehrere Monate beschäftigte eine Werkstatt ein kurioser Fall, bei dem der Fahrer eines Mittelklassewagens laufend über Lenkradflattern klagte. Begonnen hat alles damit, dass ein Satz gebrauchter Alufelgen mit neuen Reifen montiert wurde. Dieser Felgentyp wies fünf breite Speichen auf, die in der Mitte jeweils eine Aussparung bis zum Felgentyp hatten. Nach der ordnungsgemäßen Reifenmontage und sorgfältigem Auswuchten wurde das Fahrzeug an den Kunden übergeben.
Etwa drei Wochen später meldete sich der Kunde wieder bei der Werkstatt und bemängelte Lenkradflattern bei Geschwindigkeiten über 100 km/h. Die Vorderräder wurden abmontiert, auf die Wuchtmaschine gespannt und an beiden Rädern wurde eine Unwucht von fünf Gramm festgestellt.
Aldo würden alle Gewichte entfernt und die Räder neu ausgewuchtet. Anschließend machten die Mechaniker gemeinsam mit dem Kunden eine Probefahrt, bei der dann alles in Ordnung war. Keine Woche später reklamierte der Kunde wieder den gleichen Fehler. Nun wurde die Werkstatt stutzig und prüfte die Radaufhängung und die Bremsen, allerdings ohne greifbares Ergebnis.
Erstaunt waren die Mechaniker, als sie an den Vorderrädern erneut eine Unwucht von fünf Gramm feststellten. An den Felgen war aber keine Spur einer mechanischen Beschädigung zu entdecken. Im Gespräch mit dem Kunden stellte sich heraus, dass der Fehler unmittelbar nach einer gründlichen Autowäsche wieder aufgetreten sei. Also wurde geprüft, ob alle Gewichte noch vorhanden waren. Doch selbst das Abdrücken der Reifen und die Kontrolle, ob sich etwas im Inneren derselben befand, brachte die Werkstatt nicht weiter. Es blieb den Mechanikern nichts weiter übrig, als die Räder erneut auszuwuchten und den Kunden zu bitten, sich unverzüglich zu melden, sobald das Problem auftaucht.
Nach etwa sechs Wochen war es wieder soweit, das Lenkrad flatterte wieder. Und wieder wurde eine Unwucht von fünf Gramm festgestellt. Als die Mechaniker diesmal die Räder genauer in Augenschein nahmen, entdeckten sie, dass sich durch Schmutzwasser in den Aussparungen der Felgenspeichen im Bereich des Felgenbettes zum Teil richtig dicke Sandpolster angesammelt hatten. Die Räder wurden gereinigt und die Unwucht war verschwunden. Damit hatten die Mechaniker des Rätsels Lösung. Dem Kunden konnte die Werkstatt nur empfehlen, bei erneutem Lenkradflattern die Felgen zu reinigen. Den Mechanikern blieb die Erkenntnis, vor dem Auswuchten auf die Sauberkeit der Räder zu achten.
Quelle: KRAFTHAND - Aus der Reihe “Zu Ende denken”
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