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Feuchte Falle

Ein Kunde kam mit seinem sechs Jahre alten Kompaktfahrzeug aus Ingolstädter Produktion in die Werkstatt und schilderte den Mechanikern folgendes Problem: “Während der Fahrt verriegeln sich die Türen manchmal selbsttätig und nach geraumer Zeit öffnen sie dann wieder - ebenfalls selbsttätig. Zudem kommt es vor, dass mein Fahrzeug morgens unverschlossen dasteht. Und das, obwohl ich ganz sicher abgeschlossen und das Ganze extra noch kontrolliert habe!”

www.krafthand.de Zunächst wurde der Fehlerspeicher abgefragt. Doch der war -wie so oft bei sporadischen elektrischen Problemen- leider “sauber”. Und nachvollziehen ließ sich der Fehler durch den Serviceberater der Werkstatt momentan auch nicht. Was also tun? Nach die Mechaniker noch eine Stellglieddiagnose durchgeführt und die Messwertebllöcke ausgewertet hatten und diese ohne Auffälligkeiten waren, blieb als vorerst letzte, weil wahrscheinlichste Möglichkeit nur das Steuergerät für die Zentralverriegelung als Ursache übrig. Besagtes Steuergerät wurde also erneuert und die Werkstatt hoffte, da sich die Beanstandung ja nicht mit Bestimmtheit nachvollziehen ließ, dass der Mangel damit behoben war.

Da diese Reparatur im Zusammenhang mit einem Inspektionsservice in Auftrag gegeben wurde und diese vorschriftsmäßig anhand der Hersteller-Arbeitsanweisung auch durchgeführt wurde, kamen die Mechaniker zu dem Punkt “Heckscheiben-Waschanlage auf Funktion prüfen”. Beim Betätigen derselben verriegelte das Fahrzeug plötzlich selbsttätig. Damit war der Werkstatt klar, dass das Steuergerät wohl nicht der Fehler gewesen sein konnte. Also wurde die ursprüngliche Steuereinheit wieder zurück gebaut. Bei genauerer Überprüfung dieses Phänomens ermittelten die Mechaniker einen undichten Schlauch der Heckscheibenwaschanlage hinter der seitlichen Verkleidung des Kofferraums. Durch die Platzierung der (undichten) Schlauchkupplung direkt über dem Stecker für die Zentralverriegelung war offensichtlich, was dort passierte: Zeitweise, auch ohne Benutzung der der Heckscheiben-Waschanlage, entwich ein Tropfen aus dem Schlauch in die Steckverbindung und löste so den Schließ- beziehungsweise Öffnungsvorgang aus.

Nach dem Austausch der schadhaften Tülle und einer gründlichen Trockenlegung des Steckers war wieder alles in Ordnung. Insgeheim war die Werkstatt froh, dass das Fahrzeug auch noch für die Inspektion in der Werkstatt war, weil sie sonst den Kunden zwar mit einem neuen Steuergerät, aber immer noch vorhandenem Fehler wieder vom Hof geschickt hätten. Und der wäre nach kurzer Zeit bestimmt deutlich schlechter gelaunt wieder zur Werkstatt zurückgekommen.


Quelle: KRAFTHAND - Aus der Reihe “Zu Ende denken”






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