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Glossar der Fahrassistenzsysteme

Es ist nicht einfach, einen Überblick über die zahlreichen Fahrassistenten und deren Funktion zu bekommen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Systeme je nach hersteller anders genannt werden. Das folgende Glossar hilft, die wichtigsten Fahrassistenzsysteme auseinander zu halten.

Anti-Blockier-System (ABS) seit 1978
Bereits ein kurzer Tritt aufs Bremspedal kann genügen, um die Räder zum Blockieren zu bringen. Mit blockierten Rädern lässt sich das Fahrzeug nicht mehr lenken. ABS reduziert den Bremsdruck und verhindert so ein Blockieren der Räder. Das Fahrzeug bleibt lenkbar; der Fahrer kann selbst bei einer Vollbremsung auftauchenden Hindernissen ausweichen.

Anti-Schlupf-Regelung (ASR) seit 1986
ASR erfüllt die gegenteilige Funktion des ABS: Wie die Räder beim Bremsen nicht blockieren sollen, dürfen sie beim Anfahren und Beschleunigen nicht durchdrehen, um die Fahrstabilität zu gewährleisten. ASR verhindert das Durchdrehen der Räder. Die Antischlupfregelung sorgt für gute Traktion und sichert beim Anfahren und Beschleunigen die Stabilität und die Lenkbarkeit des Fahrzeugs.

Elektronisches Stabilitätsprogramm seit 1995
ESP greift in Gefahrensituationen ein und hilft, durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder ein Schleudern des Fahrzeugs zu verhindern. Das System erhöht die Spurstabilität, besonders im Kurvenbereich. ESP kann durch zusätzliche Funktionen erweitert werden, zum Beispiel:

Hill Descent Control (HDC)
Dieses System dient der Stabilität des Fahrzeugs bei steilen Bergabfahrten und hilft, ungewollte Geschwindigkeitszunahmen zu verhindern.

Rollover Mitigation
Rollover Mitigation überwacht das Neigeverhalten des Fahrzeugs. Das System verhindert -innerhalb physikalischer Grenzen- durch gezielte Bremseingriffe das Umkippen des Fahrzeugs.

Trailer Stability Assistant (TSA)
TSA erkennt ein beginnendes Schlingern von Anhängern am Fahrzeug und stabilisiert das Gespann durch einen kurzen Bremseingriff.

Bremsassistent (BAS)
Der Bremsassistent unterstützt den Fahrer bei der Vollbremsung: Er erkennt durch den ruckartigen Tritt auf das Bremspedal, wenn sich der Fahrer in einer Notsituation befindet und erhöht den Bremsdruck auf das Maximum.

Automatische Abstandsregelung oder Adaptive Cruise Control (ACC) seit 2000
Die automatische Abstandsregelung entlastet den Fahrer bei langen Autofahrten. Mit Hilfe von Radarsensoren überwacht sie den Raum vor dem Fahrzeug und hält einen bestimmten Abstand zum Vordermann automatisch ein. Die weiterentwickelten Systeme stellen statt des Komforts die Sicherheit mehr in den Vordergrund.

Predictive Brake Assistent seit 2005
Das System bereitet die Bremsanlage auf eine mögliche Notbremsung vor, wenn der Radar eine Gefahrensituation erkannt hat. Der Fahrer gewinnt so wichtige Sekundenbruchteile beim Betätigen der Bremsen.

Predictive Collision Warning seit 2006
In Ergänzung zum Predictive Brake Assistant bereitet PCW nicht nur die Bremsanlage vor, sondern warnt den Fahrer zudem vor kritischen Verkehrssituationen durch einen kurzen, starken Bremsdruck. Alternativ oder zusätzlich kann das System den Fahrer durch ein kurzes Anziehen der Sicherheitsgurte alarmieren.

Predictive Emergency Braking (PEB) in Entwicklung
Die dritte Ausbaustufe des ACC erkennt eine unvermeidbare Kollision mit einem vorausfahrenden Fahrzeug. In diesem Fall löst das System eine automatische Notbremsung aus, wenn der Fahrer nicht oder nur unzureichend auf vorausgehende Warnungen reagiert hat.

Nachtsichtassistent seit 2004
Mit dem herkömmlichen Abblendlicht beträgt die Sichtweite nachts nur rund 40 Meter. Hindernisse und Gefahren werden zu spät erkannt, was das Unfallrisiko bei Nacht erhöht. Der Nachtassistent leuchtet die Straße mittels Infrarot-Scheinwerfer bis zu 200 Meter Entfernung aus. Die Straßenszene wird mit einer Videokamera aufgenommen und auf einem Display im Cockpit wiedergegeben. Der Fahrer kann kritische Situationen früher wahrnehmen und entsprechend schneller reagieren.

Spurassistent seit 2000
Der mit einer Kamera ausgestattete Spurassistent erkennt, wenn das Fahrzeug die Fahrstreifenmarkierungen zu überfahren droht. Das System warnt den Fahrer vor dem Überfahren der Linien durch ein akustisches, optisches oder haptisches Signal, zum Beispiel Anzeigen der Fahrtrichtung durch Impuls am Lenkrad.


Quelle: amz-auto motor zubehör 9/2006






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