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Arbeiten rund um den Dichtflansch, das Schwungrad und die Mitnehmerscheibe in den Audi-/VW-Sechszylindermotoren (Fünfventiler)





Bild 1 zeigt die Einzelteile des Motorblocks. In der Bildlegende sind auch die Anzugsdrehmomente zur Montage enthalten. Die Unterschiede zwischen der im Laufe der Zeit verbauten Motorengeneration II und III sind nachstehend erläutert, sie müssen unbedingt beachtet werden!

Anmerkungen zu Bild 1:
Das Spritzdüsenventil (Postition I im Bild) wurde nur in der Motorengeneration II verbaut. Die Befestigungsschraube des Zweimassen-Schwungrades (Position 15) sowie die der Mitnehmerscheibe ist immer zu ersetzen. Bei der Montage des Zweimassen-Schwungrades beträgt das Anzugsdrehmoment 60 Nm plus 180° weiterdrehen. In Fahrzeugen mit Automatikgetriebe ist die Befestigungsschraube der Mitnehmerscheibe ebenfalls mit 60 Nm anzuziehen und dann um 90° weiterzudrehen.

Das Nadellager (Position 16) finden Sie nur in Fahrzeugen mit Schaltgetriebe. Es kann mit einem passenden Spezialwerkzeug ausgezogen und zur Montage per Eintreibdorn wieder in “Position gebracht” werden. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe ist anstatt des Nadellagers eine Lagerbuchse in die Kurbelwelle eingepresst. Teil- und Austauschmotoren sowie neue Kurbelwellen werden ohne die Buchse geliefert. Vor dem Einbau der Mitnehmerscheibe muss deshalb diese Lagerbuchse eingetrieben werden!

Eine “körperliche” Dichtung für die Ölwanne (Position 17) gibt es nur bei Motoren der Generation II. Sie ist immer zu ersetzen, und zwar trocken - ohne Dichtmittel. Bei Motoren der Generation III wird die Ölwanne mit einem Silikon-Dichtmittel abgesichert.

Die Ölpumpe (Position 23) ist dort nur bei den Motoren der Generation II zu finden, gleiches gilt für den O-Ring (Position 24). Motoren der Generation III haben an Position 23 einen Dichtflansch.

Soll der Dichtring auf der Riemenscheibenseite der Kurbelwelle ersetzt werden -dies geht nur bei ausgebautem Zahnriemen- ist die Zentralschraube des Kurbelwellen-Zahnriemenrades herauszudrehen. Dann können Distanzscheibe und Zahnriemen abgenommen werden. Der Dichtring kann mit einem Spezialwerkzeug (z.B. VW-Nummer 3202) abgezogen werden. Den neuen Dichtring kann man per Aufziehhülse aufschieben und mit einer Einziehhülse -zusammen mit der Zentralschraube- bündig einpressen. Die Zentralschraube ist immer zu erneuern! Bei der Montage ist sie mit 200 Nm festzuziehen und anschließend noch um 180° weiterzudrehen.



Dichtflansch ausbauen
(Position 23 in Bild 1)
Er ist -wie schon erwähnt- nur in der Motorengeneration III zu finden. Bei seiner Demontage ist einiges zu beachten, speziell bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe. Nach dem Ausbau des Kurbelwellen-Zahnriemenrades ist das Motoröl abzulassen und anschließend die Halter der ATF-Leitungen loszuschrauben (Bild 2).



Bei allen Motoren der Generation III anschließend das Unterteil der Ölwanne entfernen. Nun die Halter der Ölzulaufrohre abbauen (Bild 3) und das vordere (längere) Zulaufrohr abziehen.





Dann die vier Schrauben (Pfeile in Bild 4) aus dem Oberteil der Ölwanne herausdrehen. Anschließend (Bild 5) die Umlenk-, die Spannrolle, den Spannhebel und das Spannelement abbauen. Jetzt können Sie -nach dem Entfernen der Schrauben in Bild 6- den Dichtflansch abziehen sowie danach den Dichtring austreiben.



Der Einbau des Dichtflansches erfolgt in umgekehrter Reihenfolge wie der Ausbau. Bevor Sie ihn wieder montieren, eventuell vorhandene Dichtmittelreste am Ölwannenoberteil und am Zylinderblock entfernen. Alle Dichtflächen müsen gereinigt, öl- und fettfrei sein. Die neue Dichtung ist auf die Passstifte an den Dichtflächen aufzustecken (Bild 7) aufzustecken.

Auf die Dichtflächen des Zylinderblocks (“A” in Bild 7) darf kein Dichtmittel aufgetragen werden. Nach dem Einlegen der Dichtung muss allerdings an den Kanten -zwischen den Pfeilen in Bild 7- links und rechts eine kleine, maximal drei Milimeter dicke Raupe Silikon-Dichtmittel aufgebracht werden. Danach muss der Dichtflansch innerhalb von fünf Minuten eingebaut sein!

Achtung: Die Dichtmittelraupe darf nicht stärker als drei Milimeter sein, weil das überschüssige Mittel sonst in die Ölwanne gelangt und dort das Sieb am Ölansaugrohr verstopft! Im weiteren Verlauf der Montage sind dann die vier Schrauben (siehe Bild 4) wieder handfest ins Oberteil der Ölwanne einzudrehen. Die Schraube 2 des Dichtflansches (siehe Bild 6) mit Sicherungsmittel einsetzen und mit 30 Nm festziehen. Für die Schrauben der Position 1 in Bild 6 genügen 10 Nm Anzugsdrehmoment. Die vier Schrauben der Ölwanne (siehe Bild 4) sind jetzt auf Endanzug festzuziehen: M6 = 10 Nm, M7 = 16 Nm. Danach kann der Dichtring wieder eingepresst werden. Für die dann einzubauenden Teile aus Bild 5 gilt die Reihenfolge Spannelement - Spannhebel - Spannrolle - Umlenkrolle. Als “letzter Akt” wird das Kurbelwellen-Zahnriemenrad mit erneuerter Zentralschraube eingebaut.



Quelle: Kfz-MeisterService 11/2004






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