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Achsen-Tricks

Im Rahmen des sechsten AMZ-Forums gaben Techniker von ZF Trading zahlreiche Tipps für Arbeiten an der reparaturanfälligen Vorderachse der B5-Plattform aus dem VW-Konzern. Die wichtigsten sind hier zusammengefasst:

Die Vorderachse der B5-Plattform (Audi A4, VW Passat) ist für viele Werkstätten keine Unbekannte. Defekte Traggelenke verursachen Quietsch- und Klappergeräusche und bescheren Werkstätten ein hohes Reparaturpotential. Die Vierlenkerachse weist einige Besonderheiten auf, die bei Reparaturarbeiten unbedingt beachtet werden müssen, um dem Autofahrer höchste Sicherheit zu bieten.



Obere Klemmschraube entfernen
Die wohl größte Herausforderung bei Arbeiten an der Vierlenkerachse der B5-Plattform ist das Entfernen der oberen Klemmschraube aus dem Achsschenkel. Hier haben sich die Konstrukteure kundendiensttechnisch wirklich nichts gedacht. Bereits nach kurzer Zeit rostet die Schraube so fest ein, dass man meinen könnte, sie sei eingeschweißt. Hämmern bringt da gar nichts, da sich der herausstehende Schraubenstummel staucht und die Schraube im Führungslenker verkeilt.



Erwärmen mit dem Schweißbrenner ist aus sicherheitstechnischen Gründen nicht erlaubt, da sich die Materialstruktur der Achsbauteile verändern kann. Außerdem zerstört man mit Wärmeeintrag die darüber liegenden Gelenke.

Federbein einstellen
Eine weitere Besonderheit der B5-Plattform-Achse ist, dass das Federbein nach dem Stoßdämpferwechsel voreingestellt werden muss, so dass beim Einbau der obere Befestigungspunkt mit dem unteren Dämpferauge übereinstimmt.

Wird das nicht beachtet, ist der Einbau des Federbeins nicht möglich, da die Befestigungspunkte zwischen Federbein und Karosserie bzw. Achse nicht übereinstimmen. Wird das Federbein mit Gewalt in die richtige Position gedrückt, entstehen durch die verspannte Einbauposition Dröhngeräusche im Fahrzeug. Außerdem besteht die Gefahr, dass Bauteile der Achse innerhalb kurzer Zeit beschädigt werden.

Vorspurkurve einstellen
Nach allen Reparaturarbeiten an der Vierlenkerachse der B5-Plattform müssen Spur, Sturz, Nachlauf und Vorspurkurve geprüft und ggf. neu eingestellt werden. Dabei ist vor allem auf das korrekte Einstellen der Vorspurkurve zu achten. Sie ist dafür verantwortlich, dass das Fahrzeug auch beim Aus- und Einfedern eine stabile Straßenlage beibehält.

Die ZF-Trading-Fachleute warnen davor, diesen Schritt nach der Reparatur auszulassen, da eine verstellte Vorspurkurve unvorhersehbare und unkontrollierbare Lenkreaktionen des Fahrzeugs beim Ein- bzw. Ausfedern hervorruft. Das bedeutet für den Kunden erhöhte Unfallgefahr.


Quelle: Kfz-MeisterService 5/2006 / Bilder: Linzing






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