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Langes Leben garantiert: Stolperfallen beim Wechseln des Klimakompressors geschickt umgehen

Ein Totalausfall des Klimakompressors kündigt sich anhand einger Indizien an, sei es durch undichte Stellen, mangelhafte Kühlleistung oder aber einer höheren Geräuschentwicklung. Regelmäßige Wartung schützt zum einen das Klimasystem vor teuren Reparaturen und bietet den Werkstätten ein lukratives Zusatzgeschäft.

Vor dem Totalausfall der Klimaautomatik hatte Heiner Plitt, Klimaexperte bei Hella, lange gewarnt. Anstatt zur ersten Hitzewelle für einen kühlen Wind zu sorgen, läuft der Klimakompressor heiß. Die Ursachen, so Plitt, wiederholen sich jedes Jahr aufs Neue: Unter anderem zwingt nämlich der stete Verlust an Kältemittel irgendwann das System zur Aufgabe. Denn entgegen der Aussage mancher Fahrzeughersteller muss das Klimasystem regelmäßig gewartet werden.
Bis zu zehn Prozent des Kältemittels, ergänzt Kühnast -Produktkoordinator Airconditioning bei Behr Hella Service- gehen jährlich verloren. Da es als Trägermedium für das Öl im Kältemittelkreislauf dient, versagt, irgendwann auch die Schmierung des Kompressors. Doch ein Totalausfall kündigt sich anhand einiger Indizien an. Sei es durch undichte Stellen, mangelhafte Kühlleistung oder aber einer höheren Geräuschentwicklung. Hervorgerufen werden die Geräusche dann oftmals durch Lagerschäden - ein Kompressortausch ist dann meist unumgänglich.

Kühle Ursachenforschung
“Zwar muss bei einer unzureichenden Kühlleistung nicht gleich der Kompressor die Ursache sein, doch sollte der Kunde im Vorfeld der Reparatur darauf hingewiesen werden, dass dieser wegen der mangelnden Schmierung eventuell doch getauscht werden muss”, sagt Plitt.

Erste Funktionstests und Druckmessungen bringen aber schnell Klarheit. “Schaltet sich der Kompressor ein, sitzt etwa nur der Anschlußstecker lose oder aber liegt überhaupt eine Spannung an?”, formuliert er das strukturierte Vorgehen. Bei neueren Systemen kann auch der Fehlercode abgefragt werden.
Mit dem Ermitteln der Druckwerte an der Servicestation, hochdruck- wie auch niederdruckseitig, lassen sich zwar auch Fehler einkreisen, doch weisen beispielsweise identische Druckwerte nicht gleich auf einen defekten Kompressor hin. Zum Beispiel kann am Expansionsventil im Kältemittelkreislauf auch der Durchfluss unzureichend sein.
Wegen der hohen Beanspruchung der Kompressorkomponenten bildet sich nämlich mit der Zeit ein Abrieb an den Bauteilen. Wird das Öl des Kompressors abgelassen und es lässt sich eine gräuliche Verfärbung feststellen, ist eine aufwändige Reparatur des Systems unumgänglich.
Setzt sich der Abrieb zum Beispiel im Regelventil innerhalb des Kompressors ab, bleibt ebenfalls nur der fachgerechte Austausch. Vor dem Ausbau wird dazu das gesamte Kältemittel abgesaugt. Zugleich sollte auch die Kuppplung auf mechanische Schäden hin überprüft werden, ebenso Magnetspule und Luftspalt.


Immer das gesamte System spülen
Vor der Montage die entsprechende Ölmenge in den Kompressor einfüllen und ihn mehrmals mit der Hand durchdrehen. Beim Einbauen sollte auf das Fluchten des Antriebsriemens geachtet werden, um spätere Schäden am Riementrieb oder am Kupplungslager des Kompressors zu vermeiden. Darüber hinaus sind grundsätzlich alle O-Ringe an den Anschlüssen zu erneuern und vor dem Einbauen mit Kältmittelöl zu benetzen.

Doch eines hält Kühnast für äußerst wichtig: “Das gesamte Klimasystem muss gespült werden.” Kompressor, Trockner (Akkumulator) und Expansionsventile (Festdrossel) lassen sich allerdings nicht spülen. Deshalb sind dann folgende Teile auszutauschen - Ventile, Filtertrockner oder Akkumulator. Für sinnvoll hält Plitt auch das Einbauen spezieller Kompressorsiebe in die Saugleitung.
Doch auch ein defekter Kompressor muss nicht in jedem Fall getauscht werden. Spezielles Werkzeug vorausgesetzt, kann so mancher Störfall in der Werkstatt beseitigt werden - etwa bei einem undichten Wellendichtring oder einer defekten Kupplungsspule.


Nach Anschluss aller Leitungen wird mit der Servicestation die Anlage wieder aufgefüllt: Dazu wird zunächst ein Vakuum erzeugt, ein Test der Dichtheit mit dem Vakuum durchgeführt und schließlich mit dem Kältemittel befüllt. Je nach Angaben des Herstellers variieren aber Vakuumzeit und Füllmenge. “Erst der abschließende Systemdruck- und Dichtigkeitstest mit einem Lecksuchmittel sowie die Systemprüfung bringt Gewissheit über den Erfolg der Arbeit”, sagt Plitt.


Quelle: Krafthand-Spezial 2006






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