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Knorr entwickelt Bremse für Agrar-Anhänger
Leistungsstarke Traktoren ziehen immer öfter schwere Anhänger - und dies bei immer höheren Geschwindigkeiten. Das bedeutet zwangsläufig neue Anforderungen an die Bremsanlage. Der Bremssystemspezialist Knorr hat daher auf Basis seines bewährten Nutzfahrzeug-Bremssystems ein neues für die Landwirtschaft entwickelt.
Leistungsstarke Traktoren ziehen immer schwerere Anhänger bei höheren Fahrgeschwindigkeiten. Die Anforderungen an die Bremsanlage landwirtschaftlicher Anhänger steigen damit zwangsläufig und gleichen immer mehr jenen von Lkw-Anhängern. Den Bremsspezialisten von Knorr-Bremse zufolge werden deshalb sicherheitsrelevanter Produkte auch bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen immer wichtiger. Das Münchener Unternehmen hat daher ein neuartiges Bremssystem für Agrar-Anhänger auf Basis des bereits bewährten elektronischen Nutzfahrzeug-Bremssystems entwickelt.
Herzstück des elektronischen Bremssystems für landwirtschaftliche Anhänger über 3,5 Tonnen ist das Trailer-EBS TEBS G2.1. Das für eine einfache Installation und Wartung optimierte Modul beinhaltet nach Unternehmensangaben die elektronische Steuereinheit, die Sensorik sowie pneumatische Komponenten des Bremssystems.
Das neue Bremssystem ist laut Knorr unter anderem mit einem Antiblockiersystem (ABS) ausgestattet. Damit sollen Bremsvorgänge sicherer werden, da das ABS das Blockieren der Räder beim Überbremen oder auf rutschiger Fahrbahn verhindern und dem Ausbrechen des Fahrzeugs entgegenwirken soll.
Da bei starken Lenk- und Ausweichmanövern, insbesondere bei hohem Gewichtsschwerpunkt des Anhängers, die Gefahr besteht, dass das Fahrzeug kippt, haben die Entwickler bei dem Agrar-Bremssystem auch das bekannte Stabilitätsprogramm RSP (Roll Stability Program) integriert. Dieses erkennt kritische Situationen und bremst einzelne Räder automatisch ab, was die Fahrzeuggeschwindigkeit und die Querbeschleunigung verringert und damit die Fahrzeugstabilität verbessert.
Die Bremsfunktionen, das Antiblockiersystem, die Lasterfassung und das Stabilitätsprogramm werden nach Unternehmensangaben im TEBS G2.1 als integrierte Funktionen elektronisch geregelt. Im Vergleich zu konventionellen Bremssystemen soll dies ein exakteres und gleichmäßigeres Regeln des Bremsdrucks ermöglichen. Das Trailer-EBS lässt sich laut Knorr in einem Spannungsbereich von 8 bis 32 Volt betreiben und könne damit weltweit genutzt werden.
Zusätzlich verfügt das neue Bremssystem über einen Operational Data Recorder ODR, um damit Fahrzeugdaten und Bremswerte aufzeichnen und auswerten zu können. Optional kann das TEBS G2.1 laut Knorr einen pneumatischen und drei elektrische Ausgänge sowie bis zu sieben elektrische Eingänge unterstützen. Mögliche zusätzliche Funktionen sind Lenkachsensperre, Kippwinkelsperre, Liftachssteuerung sowie ein integrierter Geschwindigkeitsschalter beziehungsweise Geschwindigkeitsimpuls.
TEBS G2.1 ermöglicht zudem das automatische Betätigen der Federspeicherbremse, falls der Anhänger von der Zugmaschine abreißen sollte. Die Federspeicherbremse kann bei abgestelltem Fahrzeug zudem von Hand betätigt werden. Optional kann das Modul TEBS G2.1 durch das Trailer Information Modul TIM G2 ergänzt werden, das Auswertungen ohne den Anschluss eines PCs ermöglichen soll.
Unternehmensangaben zufolge dürfen mit TEBS G2.1 ausgerüstete Anhänger von Zugfahrzeugen mit ABS, EBS oder von Zugfahrzeugen mit konventioneller Bremse gezogen werden, sofern eine Spannungsversorgung für den Anhänger über eine ABS-Steckdose nach ISO-Norm 7638 sichergestellt ist. Bei einem Ausfall aller Spannungsversorgungen soll sich das Anhängerfahrzeug auch rein pneumatisch - allerdings ohne ABS- und ALB- (automatische Lastabbremsung) Funktionen – abbremsen lassen.
Den Prototypen des neuen elektronischen Bremssystems TEBS G2.1 trägt ein Hochleistungs-Ladewagen der Baureihe „Jumbo“ des österreichischen Landtechnik-Herstellers Pöttinger. Dieser war auf der Fachmesse Agritechnica 2011 vom 15. bis 19.11.2011 in Hannover zu sehen.
Quelle: amz auto | motor | zubehör Newsletter KW 47
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