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Bissig + leicht
Exakt 4,5 Kilogramm weniger als ihre Vorgängerin wiegt die “ModulT” von Haldex. Sie ist damit eine der leichtesten Trailerscheibenbremsen auf dem Markt. Bemerkenswert ist der simple Belagwechsel, der sich quasi “werkzeuglos” erledigen lässt.
“Offiziell” vorgestellt hat der schwedische Bremssystemspezialist Haldex die Trailerscheibenbremse “ModulT” auf der IAA Nutzfahrzeuge im vergangenen Jahr. Von der Marketingabteilung mit Vorschusslorbeeren wie “bisher nicht erreichtes Kosten-Nutzenverhältnis” und “leichteste frei adaptierbare Trailerbremse auf dem Markt” bedacht, hat sie das Interesse der Nutzfahrzeug-Profis aus Werkstatt und Teilehandel gleichermaßen geweckt.
Was bei den angegebenen Eckdaten -Gewicht 31 Kilogramm, Bremsscheibendurchmesser 430 Millimeter, Bremsmomente bis 20.000 Nm-. auch nicht weiter verwunderlich ist.
Leistungsstarkes Leichtgewicht
Unternehmensangaben zufolge wiegt die ModulT, die “mit vollem Namen” eigentlich “DBT22LT” heisst, exakt 4,5 Kilogramm weniger als die bewährte Trailerbremse aus der ModulX-Familie. Dennoch soll das ebenfalls für Raddurchmesser bis 22,5 Zoll ausgelegte Leichtgewicht die gleiche Leistungsfähigkeit und Standfestigkeit bieten wie ihre Vorgängerin. Die ModulT erfüllt damit laut Haldex die Wünsche der Kunden nach möglichst wenig Eigengewicht und universeller Einsetzbarkeit: Sie soll sich sowohl für Sattelauflieger als auch fur Deichselanhänger bis zu einer Achslast von neun Tonnen eignen. Doch nicht nur fur gezogene Einheiten soll das neue Layout optimal passen: grundsätzlich habe man auch schon die knappen Einbauverhältnisse bei Lkw und Bussen berücksichtigt.
Modular aufgebaut
“Bei den Bremsen zeichnet sich zunehmend ein Bedarf nach differenzierten Lösungen ab”, beschreibt Mikael Johansson, verantwortlicher Produktmanager bei Haldex, den aktuellen Trend in der Nutzfahrzeugbranche. Ein möglichst geringes Gewicht sei dabei das wichtigste Kriterium. “Denn von der Gewichtsersparnis profitiert nicht nur die Nutzlast des Trailers, sondern auch das Kosten-Nutzenverhältnis der
Bremse selbst”, erklärt Johansson. Dem modularen Gedanken, den Haldex nach seinem Bekunden seit jeher bei Bremssystemen pflegt, bleibt auch die neue Bremse treu: ModulT und ModulX teilen sich so viele Komponenten wie möglich. Dennoch gibt es zwei wesentliche Unterschiede: Den Einstempelmechanismus sowie das Prinzip der zwei Führungsbolzen. Der komplett neu entwickelte Betätigungsmechanismus
soll die Vorteile eines Zwei- mit der Kompaktheit und dem günstigen Gewicht eines Einstempelmechanismus unter einen Hut bringen: Die Bremsbeläge werden großflächig und gleichmäßig an die Bremsscheibe gepresst, so dass eine homogene Druckverteilung entsteht.
Und eben diese soll für die hohe Leistungsfähigkeit der Bremse verantwortlich sein - und zudem das Risiko von Hitzerissen und Schrägverschleiss an den Scheiben minimieren. Die zweite Maßnahme, mit der Haldex das Gewicht der ModulT auf 31 Kilogramm drucken konnte, ist die Entwicklung mit Hilfe der so genannten Finite-Elemente-Methode (FEM). Sämtliche Komponenten wurden mittels FEM einer intensiven Analyse unterzogen und deren Layout auf dieser Basis gewichts- und festigkeitsoptimiert konzipiert.
Weitere Features sind die komplett gekapselte Sattelführung mit verschleissfesten und wartungsfreien Gleitlagern mit Stahlbeschichtung, Führungsbolzen aus Edelstahl sowie teflonbeschichtete Verbundlager und ein invertierter
Faltenbalg. Dieser soll durch seine weitgehend geschützte Lage deutlich weniger durch Schmutz oder aufgewirbelte Festkörper gefährdet sein als bei bisher üblichen Sätteln.
Beläge schnell gewechselt
Insgesamt gerade einmal zwei Schrauben gibt es noch an der ModulT DBT22LT: Sie gehören zu den zwei Führungsbolzen - und sind selbst für einen Belagwechsel nicht zu lösen. Spezialwerkzeug ist dafür ebenfalls nicht erforderlich. Überdies lasst sich der Belagwechsel ganz ohne Werkzeug und in denkbar kurzer Zeit erledigen: Nachdem der Werkstattfachmann die Haltefeder am Sattel per Daumendruck niedergedrückt und gelöst hat, lassen sich die Beläge herausnehmen (siehe Abbildung)
Quelle: NKW-PARTNER 3-2011
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