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Akutem “Zahnausfall” kann man vorbeugen

Gerissene Antriebs- und Steuerriemen sind immer wieder die Ursache für einen außerplanmäßigen Werkstattaufenthalt. Vielfach lässt sich am Verschleiß- oder Rissbild erkennen, wo die eigentliche Schadensursache liegt. Hier zeigen wir einige typische Beispiele.

Bleibt ein Nutzfahrzeug liegen, kann dies vielfältige Ursachen haben. In der “Lkw-Pannenstatistik 2009” des ADAC Truckservice haben die “Gelben Engel” fünfzig verschiedene davon erfasst. Unter den “Top Drei”der Pannenursachen waren neben Defekten an der Elektronik (30,4 Prozent) und Reifenpannen (27,2 Prozent) insbesondere auch Motorschäden (22,0 Prozent) zu finden. Für exakt 15,8 Prozent der Motorausfälle weist die Statistik den Riementrieb als Fehlerquelle aus.

Darauf sollte man beim Riemenwechsel achten
Das Auswechseln eines Antriebs- oder Steuerriemens gehört zu den Standardarbeiten in der Nkw-Werkstatt. Doch damit bei Riemenwechsel alles rund läuft, gilt es, einige grundsätzliche Dinge zu beachten:

» Spanner oder Spannvorrichtung soweit lösen, dass sich der Riemen problemlos abnehmen lässt.

» Anschließend Zustand und Verschleißbild des Riemens kontrollieren. Hierbei lassen sich bereits schadhafte Riementriebbauteile (Spanner, Umlenkrollen, usw.), aber auch Verunreinigungen erkennen, etwa durch Motoröl (Simmerring undicht).

» Nun die einzelnen Riemenscheiben kontrollieren. Dabei auf abgelagertes Riemenmaterial, Verschmutzungen und Fremdkörper achten und mit einer weichen Bürste entfernen. Lösungsmittel sind allerdings tabu!

» Bei Riemenscheiben mit Torsionschwingungsdämpfer (TSD) ist die Gummispur/der Gummilagerring auf Verhärtung und Rissbildung zu kontrollieren. Ein Verhärten beziehungsweise feine Risse stellen einen normalen Verschleiß dar. Fehlerindikatoren, die auf einen übermäßigen Verschleiß hinweisen, sind der vorzeitige Verschleiß des Antriebsriemens und der Umlenkrollen aufgrund starker Schwingungen (Dämpfungsverlust). Ein schadhafter TSD führt zu einer erhöhten Belastungen beziehungsweise einem frühzeitigen Verschleiß der Spanneinheit. Es wird ein Austausch des TSD nach 100.000 km empfohlen.

» Bei Riementrieben mit Generatorfreilauf die Riemenlauffläche auf Verunreinigungen und Ablagerungen prüfen und bei Bedarf mit einer weichen Bürste reinigen. Gleichzeitig die Funktion des Freilaufs prüfen. Dazu diesen mit einer Hand festhalten, Montagewerkzeug (Vielzahn-Steckschlüssel) einstecken und mit der anderen Hand im Uhrzeigersinn drehen. Der Freilauf muss sich leicht und ohne Widerstand drehen lassen. Es wird ein Austausch des Freilaufs nach 100.00 km empfohlen.

» Anschließend den Riemenspanner prüfen. Dazu die Spannerfeder durch entsprechende Schraubenschlüssel, die an der Befestigungsschraube der Spannerlaufrolle angesetzt werden, betätigen und über den gesamten Arbeitsbereich des Spannarms prüfen. Es dürfen keine Blockaden oder ruckartigen Bewegungen auftreten.

» Außerdem ist der Verschleißzustand des Gleitlagerrings zwischen Riemenspannergehäuse und Spannarm zu kontrollieren. Dieser darf keine ungleichmäßigen Abnutzungen aufweisen und das vorgeschriebene Mindestmaß (Herstellerangabe) nicht unterschreiten.

» Die Laufrolle des Riemenspanners und eventuell verbaute Umlenkrollen auf Verschleiß kontrollieren. Rollen müssen sich frei drehen lassen und dürfen kein übermäßiges Lagerspiel aufweisen. Zudem ist auf eine gleichmäßige Abnutzung sowie auf Ablagerungen oder Beschädigungen zu achten. Laufspuren dürfen sich nur mittig auf der Rollenlauffläche abzeichnen.

» Beim Einbau des Riemens sind sämtliche Riementriebbauteile auf Fluchtung untereinander zu prüfen.

Zahnriemen richtig lagern
Gerade weil ein Zahnriemen im Betrieb großen Belastungen ausgesetzt ist und einiges aushalten muss, ist die “artgerechte” Lagerung ein wichtiges Thema, um unnötige und vor allem teure Folgeschäden auszuschließen.Es wird empfohlen, Antriebs- und Steuerriemen vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und die Riemen weder in größeren Stapeln noch auf dem Boden liegend zu lagern. Ideal sei eine Aufbewahrung in Einzelverpackungen. Die Lagertemperatur sollte zwischen minimal +5 und maximal + 50 °C liegen, zudem sollte die Ozonbelastung 20 ppm nicht überschreiten und keine Öle, Lösungsmittel oder andere chemische Flüssigkeiten in unmittelbarer Nähe stehen.

Quelle: NKWpartner 2/2010



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