Startseite Die truckpower und ihre Standorte Das große truckpower Technik-Portal Lieferprogramm, Angebote, Online-Kataloge... Veranstaltungstermine, neue Produkte, Gesetze und Aktuelles aus der Branche Sitemap Impressum
 

Diese Seite weiterempfehlen     




“Gelenkschmerzen” richtig kurieren

Bei Transportern ist der Frontantrieb weit verbreitet - und hoch belastet. Deshalb sind die Gleichlaufgelenke hin und wieder für eine fachkundige Hand dankbar. Die Antriebstechnikspezialisten von SKF geben Tipps zu Wartung und Fehlersuche.

Kleinlieferwagen und Transporter kommen häufig als Fronttriebler daher, denn das Antriebskonzept bietet unbestreitbare Vorteile - aber auch konzeptbedingte Eigenheiten. Während sich der Heckantrieb mit Kardanwelle und Starrachse nahezu wartungsfrei gibt, sind beim Fronttriebler hin und wieder “Gelenkschmerzen” zu kurieren und deren Ursachen zu beseitigen.



Geräuschvolle Schadenshinweise
Regelmäßige Klick- oder Knackgeräusche beim starken Einlenken nach einer Seite sind ein untrügliches Zeichen für ein verschlissenes Gleichlaufgelenk. Um herauszufinden, welche Seite betroffen ist, fährt man langsam enge Links- und Rechtskreise. Die “Fehlerlogik” ist den Antriebstechnikspezialisten von SKF in Schweinfurt zufolge einfach: “Tritt das Geräusch beim Einlenken nach einer Seite auf, deutet dies auf ein defektes Gleichlaufgelenk auf der gegenüberliegenden Achsseite hin.” Dumpfe metallische Schlaggeräusche beim Beschleunigen dagegen sind häufig einem verschlissenen getriebeseitigen Gleichlaufgelenk zuzuschreiben. Ein kontinuierliches Brummen oder Summen indes kann durch einen Schmiermittelmangel am äußeren oder inneren Gleichlaufgelenk entstehen. “Vibrationen oder Geräusche wiederum deuten auf schadhaftes getriebeseitiges Gelenk hin. Wenn die Vibrationen vermehrt beim Beschleunigen oder bei höheren Geschwindigkeiten auftreten, ist dies meist die Folge eines zu großen Spiels im Gelenk”, erklären die Schweinfurter Antriebswellenspezialisten. Doch auch eine verbogene Antriebswelle kann den Experten zufolge für eine Unwucht verantwortlich sein.

“Problemkind” Faltenbalg
Nur ein intakter Faltenbalg schützt die empfindlichen Oberflächen eines Gleichlaufgelenks vor einem Fettaustritt und damit dem verschleißfördernden Trockenlaufen. Aber auch aggressive Stoffe wie Streusalz, Fremdkörper sowie Schmutz und Feuchtigkeit hält diese Schutzhülle fern vom Gelenk. “Beschädigungen des Faltenbalgs werden oft erst sehr spät -meist zu spät- entdeckt, denn sie finden meist unbemerkt “im Verborgenen” statt. Am häufigsten sind Risse, Brüche oder Löcher, beispielsweise durch Alterung, Fremdkörper oder eine falsche Montage, aber auch gelöste Spannringe anzutreffen”, berichten die Fachleute von SKF.

NKWpartner Praxistipp:
Macht ein Gleichlaufgelenk bereits mit vernehmlichem Klacken, Klickern oder Knacken auf sich aufmerksam oder fühlt sich das Schmierfett bereits “sandig” an, muss die Antriebswelle ausgebaut und das abgenommene Gelenk geprüft werden. Die Technikexperten von SKF in Schweinfurt empfehlen, zum Prüfen den inneren Laufring des gereinigten und entfetteten Gelenks mit einem Stift oder einem stumpfen Werkzeug soweit wie möglich zur Seite zu kippen, so dass die erste Kugel freiliegt (siehe Bild oben). Diese lässt sich mithilfe eines kleinen Schraubendrehers aus dem Käfigfenster drücken. Dann den Laufring in die entgegensetzte Richtung drücken und die nächste Kugel entnehmen. Dies fortsetzen, bis alle Kugeln entfernt sind. Nun lassen sich die Oberflächen aller Kugeln auf Beschädigungen oder Verschleiß sowie die inneren und äußeren Laufringflächen auf Spurrillen prüfen: Jede Kugel muss nahezu spielfrei in ihr Käfigfenster passen, denn ein zu großes Spiel verursacht Geräusche und begünstigt einen vorzeitigen Verschleiß des Gleichlaufgelenks.

Quelle: NKWpartner 2/2010



← Zurück zur vorherigen Seite     Zur Wissensdurst-Seite →