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Was macht das Zeichen auf den Reifen?
Ein neues Etikett macht als Reifenkennzeichnung Angaben zu Kraftstoffeffizienz, Nasshaftungseigenschaften sowie Rollgeräuschen und verbessert damit die Transparenz beim Kauf von Neureifen.
Reifen, die für Pkw, leichte und schwere Nutzfahrzeuge ab dem 1. Juli 2012 hergestellt werden, müssen mit Angaben zu den Abrollgeräuschen, zur Haftung auf nasser Fahrbahn und zur Kraftstoffeffizienz versehen sein. Die entsprechende Kennzeichnung kann entweder als Aufkleber auf der Lauffläche oder in einer beigefügten gedruckten Form erfolgen. “Das bringt mehr Transparenz und Wahlmöglichkeiten für die Verbraucher. Künftig kann man die Reifen direkt vergleichen”, sagt Herbert Reul (CDU), Vorsitzender des Industrieausschusses des Europäischen Parlaments.
Für die Kennzeichnung der Kraftstoffeffizienz und Nasshaftung werden entsprechend die vom EU-Energie-Label für Haushaltsgeräte bekannten Effizienzklassen A bis G verwendet. Ein dunkelgrünes “A” bedeutet den besten und ein rotes “G” den schlechtesten Wert. In der dritten Kategorie
wird die Lärmerzeugung der Reifen nicht nur in Dezibel, sondern auch durch ein neues Lärm-Piktogramm angegeben. “Künftig kann man auf einen Blick erkennen, welcher Reifen besonders spritsparend, sicher oder leise ist”, sagt Reul. Das fördere die Innovationsfreudigkeit der Hersteller.
Die Verordnung verpflichtet die Reifenhersteller, die Kraftstoffeffizienz, die Nasshaftungseigenschaften und das externe Rollgeräusch von Reifen der Klassen C1, C2 und C3 (das heisst vorwiegend auf Pkw sowie leichte und schwere Nutzfahrzeuge montierte Reifen) anzugeben. Allerdings ist es für die Verbraucher wegen des Mangels an zuverlässigen und vergleichbaren Informationen zu den Leistungsmerkmalen von Reifen schwierig, dies bei ihrer Kaufentscheidung einordnen zu können.
Stichtag: November 2012
Ab dem 1. November 2012 müssen diese Leistungsmerkmale an der Stelle, wo Reifen ausgestellt oder gelagert und Endnutzern zum Kauf angeboten werden, sowie in technischen Handbüchern, Broschüren, Faltblättern, Katalogen und auf Internetseiten angegeben werden. Dadurch soll eine Marktumstellung auf Reifen bewirkt werden, die gegenüber den bereits erreichten Standards kraftstoffeffizienter, sicherer und leiser sind. Ausserdem wird dadurch bewirkt, dass der Wettbewerb nicht nur über den Preis, sondern auch über die Leistungsmerkmale erfolgt, wodurch Anreize für Investitionen in Forschung und Entwicklung gesetzt werden.
Für EU-Energiekommissar Andris Piebalgs ist die Verordnung eine Win-Win-Situation. “Verbraucher und Fuhrparkmanager können geräuscharme und kraftstoffsparende Reifen mit besseren Sicherheitseigenschaften auswählen, während sich für die Europäische Union ein Nutzen durch geringere verkehrsbedingte Emissionen ergibt.” Je nachdem, wie schnell die Marktumstellung sich vollzieht, dürfte die Initiative durch die verstärkte Verwendung kraftstoffeffizienterer Reifen bis 2020 zu Kraftstoffeinsparungen zwischen 2,4 und 6,6 Millionen Tonnen Rohöl führen. Das ist mehr als der jährliche Ölverbrauch Ungarns. Die Summe der vermiedenen Kohlendioxyd-Emissionen sämtlicher Fahrzeugtypen wird laut Schätzungen zwischen 1,5 und 4 Millionen Tonnen jährlich betragen. Das entspricht einer Verringerung des Pkw-Bestands in der EU um 0,5 bis 1,3 Millionen Fahrzeuge.
Pro und Kontra
Auf Kritik stößt die Wahlmöglichkeit für die Händler, die Label-Aufkleber entweder an jedem Reifen anzubringen oder aber im Verkaufsraum identische Reifen einmalig mit einem Etikett zu kennzeichnen. Wichtig sei, dass Verbraucher auf den ersten Blick vergleichen könnten, ob ein Reifen sicher und spritsparend sei. Der VCD plädiert dafür, die Label immer am Reifen selbst anzubringen. Ungeklärt sei bisher, wie eine zuverlässige Kontrolle und möglichen Sanktionen aussehen werden. Hier sind laut VCD auch die deutschen Behörden gefordert, die zweieinhalb Jahre bis zur verbindlichen Einführung des Labels zu nutzen, um entsprechende Mechanismen zu schaffen. “Wir brauchen eine offizielle, unabhängige Prüfstelle, die über die Einhaltung der Standards wacht. So kann Verbrauchertäuschung durch Billigreifen mit unkorrekten oder gefälschten Kennzeichnungen vermieden werden”, sagt Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD.
Quelle: amz - auto | motor | zubehör Nr. 4-2010 - Autor: Hans Rosarius
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