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Tricks und Kniffe für Kupplung & Co.
Der automatische Verschleißausgleich und hydraulische Zentralausrücker haben sich auch bei Nutzfahrzeug-Kupplungen etabliert. Beim Kupplungstausch gilt es, die Besonderheiten dieser Systeme zu beachten. Die Kupplungsexperten von ZF Services haben dem NKWpartner Tricks und Kniffe verraten.
Qualität und Lebensdauer von Kupplungsbelägen haben sich in der Vergangenheit wesentlich erhöht, dennoch verschleißen sie auch bei schonender Behandlung. Nutzt sich der Reibbelag ab, steigen bei einer herkömmlichen Kupplung bekanntlich die Betätigungskräfte. “Schuld daran” ist die Membranfeder, welche für die Anpresskraft verantwortlich ist: Durch den Reibflächenverschleiß
wandert sie näher ans Schwungrad und gelangt in eine steilere Position, wodurch sich die Kupplungskräfte erhöhen. Um den Kupplungskomfort zu verbessern, haben sich die Antriebstechnik-Spezialisten von ZF Sachs Systeme wie die Druckplatte XTend oder den konzentrischen Nehmerzylinder CSC (Concentric Slave Cylinder) einfallen lassen. Beide Systeme reduzieren nicht nur deutlich die Betätigungskräfte, sondern halten diese über die gesamte Kupplungslebensdauer nahezu konstant.
Kuppeln mit konstantem Komfort
“Der Reibflächenverschleiß lässt sich zwar bis heute noch nicht gänzlich verhindern, doch ein Ansteigen der Betätigungskräfte und die damit verbundene Komforteinbuße lassen sich nahezu eliminieren”, berichtet Waldemar Schulz, Service-Ingenieur bei ZF Trading. Die Druckplatte XTend von ZF Sachs beispielsweise besitzt einen automatischem Verschleißausgleich, der dies durch ein Abkoppeln des Belagverschleißes von der Membranfederbewegung löst. Dazu besitzt das System zwischen Membranfeder und Anpressplatte spezielle Distanzringe, die sich mit zunehmendem Verschleiß selbsttätig immer gerade soweit verdrehen, dass sie mit ihrer Höhenzunahme die abnehmende Belagdicke ausgleichen. Die Membranfeder bleibt dadurch immer in der gleichen Position - und die Betätigungskraft sowie der Pedalweg immer konstant. Das XTend-System gibt es für gedrückte und gezogene Kupplungen.
Besonderheiten beachten
Um Funktionsstörungen wie Trennschwierigkeiten und Rupfen nach dem Einbau einer neuen selbstnachstellenden XTend-Kupplung zu vermeiden, rät Technikexperte Schulz zur Vorsicht beim Handling, da sich die für die sichere Funktion erforderliche, werkseitig erfolgte Grundeinstellung verändern kann. “Zudem muss man die
XTend-Druckplatte absolut verzugsfrei montieren. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich die Distanzringe ungewollt selbst nachstellen. Außerdem sollte man ein Montagewerkzeug verwenden”, empfiehlt der Fachmann. Soll die Druckplatte wiederverwendet werden, ist bei der Demontage unbedingt darauf zu achten, dass der Gehäuseanschlag vom Kupplungsgehäuse abhebt. Eventuell müsse man den Anschlag durch leichtes Andrücken lösen. “Sollte der Anschlag nicht locker sein, wird beim Ausbau der Verstellmechanismus ausgelöst. Ein Rückstellen ist dann nicht mehr möglich”, warnt Schulz. Die Wiederverwendung einer ausgebauten XTend-Druckplatte kann zudem nur mit der ausgebauten Reibscheibe erfolgen. Nach der Getriebemontage ist das Kupplungspedal mindestens drei Mal zu betätigen, damit sich der Nachstellmechanismus auf die aktuelle Scheibendicke einjustieren kann. “Für eine sichere Funktion der Kupplung sollten grundsätzlich Druckplatte, Kupplungsscheibe und Ausrücker gleichzeitig gewechselt werden”, empfiehlt der Experte.
Hydraulischen Zentralausrücker immer ersetzen
Ebenso wie die übrigen Kupplungskomponenten, so unterliegt auch der konzentrische Nehmerzylinder CSC (Concentric Slave Cylinder), auch Zentralausrücker genannt, einem natürlichem Verschleiß. Er kann nicht repariert werden und ist im Schadensfall komplett zu erneuern. “Bei einem Kupplungswechsel oder einem Getriebeausbau sollte man daher immer den hydraulischen Zentralausrücker erneuern. Ein alleiniger Austausch der Kupplung birgt die Gefahr, dass der Kunde bereits nach kurzer Zeit für eine aufwändige Nachreparatur in die Werkstatt muss”, warnt Kupplungsspezialist Jochen Kessler, technischer Trainer bei ZF Services. “Häufig sind Ausfälle eines CSC aber auch auf Einbaufehler zurückzuführen”, berichtet der Experte aus Erfahrung. Er weist mit Nachdruck darauf hin, dass
man das Kupplungspedal bei geschlossenem Hydraulikkreislauf und ausgebauter Kupplung keinesfalls betätigen darf. “Fährt der Kolben des CSC zu weit heraus, kann dies die Dichtlippe des Kolbens beschädigen. Tritt in der Folge unbemerkt Hydraulikflüssigkeit aus, kann dies zu einer Verschmutzung und Beschädigung der Kupplung führen”, weiß Kessler. War der CSC über einen längeren Zeitraum im Einsatz, können überdies Schmutzablagerungen auf der äußeren Seite der Kolbenführung die Dichtlippe beschädigen, wenn der Kolben in die unbelastete Lage zurückkehrt. “Dabei überfährt die Dichtlippe die abgelagerten Schmutzpartikel auf der Kolbenführung und lässt diese undicht werden”, erklärt Kessler.
Erst befüllen, dann entlüften
Bei Einbau eines Zentralausrückers ist dieser fachgerecht zu Befüllen und zu Entlüften, was laut Kessler nur im eingebauten Zustand und in der korrekten Einbaulage erfolgen darf. “Der CSC ist vorschriftsmäßig in die Kupplungsglocke am Getriebe zu montieren, Kupplung und Getriebe müssen komplett am Motor angeflanscht
sein. Erst dann darf man das System mit Druck beaufschlagen”, erklärt Kupplungsspezialist. “Zudem darf man den Ausrücker niemals mit der Hand betätigen, da das Zusammendrücken die Abdichtungen beschädigen kann”, warnt Kessler. Auf einen Punkt weist der Trainer noch besonders hin: “Ein CSC benötigt keine zusätzliche Schmierung. Der Kontakt mit mineralölhaltigen Schmierstoffen kann die Dichtungen aufquellen lassen, was letztlich zum Ausfall des CSC führen”, warnt Kessler.
Quelle: NKWpartner 1/2010
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