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© los_tenacos_d (Treibhausgas CO2) - www.fotolia.com
Kältemittel wird weiterhin heiss diskutiert

Klimaanlagen gehören heutzutage selbst in unseren Breitengraden zur Standardausrüstung von Kraftfahrzeugen. Sie sorgen zwar für mehr Komfort und auch für mehr Sicherheit, aber sie sind leider alles andere als umweltfreundlich.

Da Klimaanlagen keine hermetisch abgeschlossenen Systeme sind, entweicht während der Lebensdauer eines Fahrzeugs permanent etwas Kältemittel und schädigt die Atmosphäre. Das in den Klimaanlagen verwendete Kältemittel R134a (Tetrafluorethan) zählt zu den fluorierten Treibhausgasen, wird chemisch hergestellt und hat ein klimaschädliches Treibhauspotential, das 1300 mal so hoch ist wie das von Kohlendioxid (CO2).

Also wurde beschlossen, dass ab Januar 2011 neue Automobile in der Europäischen Union nur noch zugelassen werden, wenn sie klimaschonende Kältemittel in ihren Klimaanlagen verwenden. Künftig sind nur noch Kältemittel erlaubt, die höchstens 150-mal so klimaschädlich sind wie CO2.

Es wurde auch bereits eine Lösung gefunden, die zunächst überraschend klingt: CO2 selbst eignet sich bestens als Kältemittel. Es besitzt alle Voraussetzungen, um die Kriterien Komfort, Sicherheit und Umweltverträglichkeit in einer Klimaanlage zu vereinen und es hat den unschlagbaren GWP-Wert von 1. “GWP” (Global Warming Potential) beschreibt den Grad der Klimaschädlichkeit eines Stoffes. Zum Vergleich: Das Kältemittel R134a hat einen GWP-Wert von 1.300.

Ausserdem kühlen CO2-Klimaanlagen nicht nur, sie können darüber hinaus in der kälteren Jahreszeit -im Gegensatz zu anderen Alternativen- effizient als Wärmepumpe dienen. Dies gilt insbesondere für Hybrid- oder Elektrofahrzeuge, die im Winter eine Zuheizung benötigen. Allerdings benötigt CO2 modifizierte Klimaanlagen.

Somit schien die Entscheidung zugunsten CO2 gefallen und mehrere Hersteller entwickelten daraufhin entsprechende Klimaanlagen und Techniken.

Dann geschah jedoch etwas völlig Unerwartetes: Plötzlich wurde (u.a. von Honeywell) das Kältemittelgemisch 1234yf vorgestellt, das angeblich alle EU-Anforderungen erfüllt. Aus Sicht der Hersteller hat es den Vorteil, dass es auch in bereits bestehende Klimaanlagensysteme eingefüllt werden kann - dies wäre selbstverständlich eine sehr viel günstigere Alternative.

Aber 1234yf hat auch einen großen Nachteil: Es gilt als brennbar und das Umweltbundesamt warnt davor, dass sich im Brandfall giftige Flusssäure bilden kann, die zu starken Verätzungen an Haut und Atemwegen führt. Honeywell dagegen stellt 1234yf nach wie vor als ungefährlich dar, zum Thema Brennbarkeit äußern sie sich dergestalt, dass es “10.000 Mal wahrscheinlicher sei, dass eine Person vom Blitz getroffen wird, als dass sie durch eine 1234yf-Entzündung aufgrund eines Zusammenstoßes verletzt wird.”

Die Zeit bis zum Januar 2011 wird knapp und noch immer ist es nicht klar, welches Kältemittel nun zum Einsatz kommen wird. Für das Umweltbundesamt ist CO2 die umweltfreundliche Alternative und die Verwendung ist bereits erprobt. Bei 1234yf handelt es sich um eine Technologie, die noch eine ganze Reihe von Fragen aufwirft. Die Autohersteller müssen sich nun bald entscheiden, womit sie künftig kühlen werden.




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