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Bild © manley620 (pirate skull crossbone) - www.istockphoto.com
Parkplatz-Piraten

Sie denken, Piraten gibt es nur zu Wasser, also auf hoher See? Weit gefehlt: Es gibt sie auch auf Park- und Rastplätzen. Jeder sechste Lkw-Fahrer ist in den letzten fünf Jahren in Europa bereits Opfer eines Überfalls geworden. Neben Großbritannien und Frankreich gehört Deutschland zu den gefährlichsten Ländern für Trucker in Europa.

Die Methoden und Tricks der Piraten sind einfach und raffiniert zugleich. Sie schleichen sich nachts auf Rastplätze, schlitzen die Planen auf, während die Fahrer schlafen oder nicht anwesend sind, und entwenden die Fracht. Regelmäßig werden sogar ganze Auflieger abgekoppelt und gestohlen. Meistens bemerken die Opfer den Diebstahl dann erst am nächsten Morgen. Fernfahrern wird daher geraten, nur beleuchtete und bewachte Parkplätze für ihre Pausen anzufahren. Angesichts der häufig überfüllten Rastplätze ist dieser Vorschlag aber leider in der Praxis nur schwer umzusetzen.

Aber nicht nur auf Parkplätzen schlagen die Piraten zu - es werden noch hinterhältigere Methoden angewandt, z.B wird der Fahrer an einer Raststätte in ein Gespräch verwickelt, um an Informationen über die Ladung und den Bestimmungsort zu gelangen. Kurz vor Erreichen der Anlieferungsadresse wird er dann von Männern in Arbeitskleidung des zu beliefernden Unternehmens oder von Sicherheitswesten-Trägern abgefangen. Ihm wird gesagt, dass die Ware an dieser Lieferanschrift nicht angenommen werden kann und an einer anderen Adresse angeliefert werden muss. Das wird dem Fahrer zum Verhängnis, denn dort schnappt dann die Falle zu. Daher rät das Landeskriminalamt Niedersachsen den Fernfahrern, niemals während Fahrtunterbrechungen mit Fremden über Strecke, Ziel und Ladung zu sprechen. Ausserdem sollte der Fahrer bei unvorhergesehenen Abweichungen von Fahrtroute oder Lieferadresse immer Kontakt mit seiner Spedition aufnehmen. Auch das Vortäuschen von Pannen ist eine bei den Piraten beliebte Methode: Der Fahrer wird von einem ihn überholenden Fahrzeug aus auf einen vermeintlichen Schaden am eigenen Lkw aufmerksam gemacht. Nach dem Stopp des Lkw wird der Fahrer gewaltsam beraubt und dabei sind die Täter dann alles andere als zimperlich.

Die Parkplatz-Piraten haben es vor allem auf Alkohol, Tabak und Elektroartikel abgesehen - bundesweit ist im Jahr 2008 ein Schaden von 1,5 Millionen Euro entstanden. Und hierbei wird vermutet, dass die Dunkelziffer noch sehr viel höher liegt, denn viele Speditionen haben Angst um ihren Ruf, fürchten ausbleibende Aufträge oder wenden sich nicht an die Behören, weil sie Angst haben, Probleme mit ihren Versicherungen zu bekommen. Und somit entstehen Schäden nicht nur durch den Verlust der Ware, die Erhöhung von Versicherungsprämien und die Stornierung von Aufträgen, sondern auch durch Betriebsstörungen, Produktionsausfälle die Nichtverfügbarkeit der Ladung am eigentlichen Bestimmungsort.

Das Landeskriminalamt Niedersachen bietet eine Broschüre zum Download an - hier wird vor den Gefahren gewarnt und es gibt eine Reihe von Tipps, wie Fernfahrer sich schützen können. Klicken Sie bitte hier, um die Broschüre “BRINGEN SIE SICH UND IHRE LADUNG SICHER ANS ZIEL!” herunterzuladen!




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