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Bild: © ZF Trading GmbH

Kleiner Unterschied - große Wirkung:
Die Instandsetzung von Fahrwerken ist ein komplexes Thema

Vorderradaufhängungen von Pkw sind so vielfältig wie deren Antriebskonzepte. In den meisten Fällen kommen Federbeinachsen mit Dreiecklenkern bzw. mit aufgelösten Lenkerebenen oder Doppelquerlenkerachsen mit oberen und unteren Dreiecklenkern bzw. mit aufgelösten Lenkerebenen zum Einsatz. Mit letzteren sind zum Beispiel Audi A4, Skoda Superb und VW Passat ausgestattet. Da die Vorderradaufhängungen jedoch nicht gänzlich identisch sind, entscheiden die kleinen Unterschiede über Erfolg oder Misserfolg bei einer eventuellen Reparatur am Fahrwerk.

2004 erfolgten Rückrufe für in den 90er Jahren produzierte Audi A4, A6 und A8 sowie VW Passat: Die Gummibälge der Traglenkergelenke mussten überprüft und gegebenenfalls erneuert werden. Waren sie beschädigt, “blutete” das darin befindliche Fett aus (s. Bild 1 bzw. beschädigtes Kugelgelenk im Rad-, Führungs- und Traggelenk Bild 2). Eine Generation von Lemförder Gelenken besitzt deshalb eine Gummimatrix und ist dauergeschmiert (s. Bild 3).

“Man muss die Aufhängung verstehen, um sie beurteilen und instandsetzen zu können” weiss denn auch Hilmar Otto, Serviceingenieur bei ZF Trading. Zur Diagnose der Radaufhängung ist anhand von zwei Positionen die Vorspurkurve zu erfassen. Dies geschieht auf einer Messbühne mit Radfreiheber. “Beim Anheben des Fahrzeugs -den A4 um zirka 60, Passat und Superb um etwa 70 Millimeter- dürfen die Räder nicht den Kontakt zu den Drehtellern verlieren”, betont Hilmar Otto. Zudem sei der Einsatz eines Gelenkspieltesters sinnvoll, da beim Lager des Hilfrahmens oder Aggregateträgers das Setzverhalten nur mittels Gelenkspieltester eindeutig erkennbar ist. Allein nicht verschlissene Lager des Hilfrahmens sind die Grundlagen einer korrekten Fahrwerkeinstellung.

Und hier noch einige Problemlösungen und Tipps:

♦ Wurden Bauteile der Vorderachse erneuert oder auch nur gelöst, ist eine Prüfung der Vorspurkurve notwendig. Dabei ist ein bloßes Markieren der vorherigen Position sinnlos, da sich die Position nach der Erneuerung ändert.

♦ Handelt es sich um einen Radträger aus Stahlguss, ist dessen obere Querschraube oft nur schwer lösbar (Schrauben für Alu-Radträger sind gegen Korrosion beschichtet). Zum Lösen dieser Schraube gibt es von ZF Lemförder entwickelte Spezialwerkzeuge.

♦ Beim Einbau der oberen Querschraube muss auf korrekte Einbaurichtung geachtet werden, denn die Schraube lässt sich bei einer späteren Reparatur nur in einer Richtung ausdrücken. Dabei ist die für das jeweilige Modell korrekte Schraubenlänge -95, 100 bzw. 105 Millimeter- zu verwenden.

♦ Beim Einstellen der Spur sollten in jedem Fall neue Querschrauben (Dehnschrauben) benutzt werden.

♦ Das obere Querlenkermodul, auch als Lagerbock bezeichnet (Passat: Stahlplatte, A4 ab 2002: Aluplatte, Superb: generell Aluplatte), muss in unterschiedlichen Winkeln justiert werden. Bei Passat und Superb beträgt der Winkel B elf, bei Audi sieben Grad. “Dass hierzu auch falsche Angaben kursieren, macht die Sache für Werkstätten nicht einfacher”, weiss Hilmar Otto nur zu gut.

♦ Bei den Audi-Baureihen A4, A6 und A8 (letztere ohne Luftfederung) kommt die Einstellung der unteren Federteller hinzu. Dabei sind unterschiedliche Einbaulagen zu beachten: in Fahrtrichtung rechts 87 ± 2 Grad und in Fahrtrichtung links 65 ± 2 Grad.


Quelle: ZF Trading GmbH






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